Rohstoffe
Chinalco robbt sich an Rio Tinto heran

Der chinesische Rohstoffkonzern Chinalco hat bei der angestrebten Anteilsaufstockung auf 18 Prozent am Berbauriesen Rio Tinto eine weitere Hürde genommen. Das australische Kartellamt ACCC kündigte an, nicht gegen die Pläne vorgehen zu wollen.

CANBERRA. Aus Sicht vieler Kritiker könnte China durch den Deal die Preise für Eisenerz kontrollieren und chinesischen Stahlkonzernen zulasten australischer Konkurrenten Vorteile verschaffen. Doch der ACCC-Vorsitzende Graeme Samuel hält dies für unwahrscheinlich: Chinalco müsse sich schließlich gegen 80 Prozent der Anteilseigner von Rio Tinto durchsetzen, argumentiert er.

Die Stellungnahme der Behörde ist zwar wichtig, aber für das Gelingen des Vorhabens nicht entscheidend. Den endgültigen Beschluss über das Gesuch wird Schatzkanzler Wayne Swan fällen, der sich "von den nationalen Interessen" leiten lassen will, wie er versichert. Zuvor wird die australische Fremdinvestitionsbehörde Firb darüber befinden, ob die chinesische Chinalco ihren Anteil an Rio von gegenwärtig 9,3 Prozent auf 18 Prozent erhöhen darf. Der Staatskonzern will dafür 1,9 Mrd. Dollar bezahlen. Im Gegenzug soll Chinalco direkte Anteile an einigen der wichtigsten Rio-Minen und Infrastrukturanlagen erhalten.

China wirbt mit allen Mitteln um die Zustimmung zu dem Geschäft. Vor wenigen Tagen traf der hohe chinesische Parteifunktionär Li Changchun zu Gesprächen mit Premierminister Kevin Rudd in Canberra ein. Das Treffen zwischen dem australischen Regierungschef und einem der mächtigsten Vertreter der kommunistischen Partei Chinas war in Australien geheim gehalten worden.

Dass die Volksrepublik nach dem jüngsten Besuch von Chinalco-Chairman Xiong Weiping einen Vertreter des neunköpfigen Politbüros nach Canberra schicken muss, deutet auf die wachsende Sorge hin, dass das Gesuch abgelehnt werden könnte. Laut Umfragen sind große Teile der australischen Bevölkerung gegen die Aufstockung. Zwei unabhängige Parlamentarier lamentieren in Fernseh-Werbespots darüber, dass China in Zukunft "direkte Anteile an der Schlüsselindustrie Australiens" halten könnte. "Wir müssen die Milch verkaufen, nicht die Kuh", fordert Senator Nick Xenophon. Vor allem die Tatsache, dass China als einer der wichtigsten Abnehmer australischen Eisenerzes die bedeutenden Eisenerzgebiete in Westaustralien mitkontrollieren könnte, stößt dem Senator Barnaby Joyce sauer auf. "Der australischen Regierung würde es niemals erlaubt werden, in China eine Mine zu kaufen." Seine Opposition gegen den Deal hat zur Einsetzung einer Kommission zur Überprüfung der Grundlagen aller Fremdinvestitionen geführt.

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