Rohstoffe
Gerste kostet mehr – Bier bald auch

Die deutschen Brauereien trifft für die erhebliche Verteuerung des Rohstoffes Braugerste eine gewisse Mitschuld. Denn während sie über einen Zeitraum von sechs Jahren keine Preiserhöhung durchsetzen wollten, haben sie permanent an der Kostenschraube gedreht. Doch jetzt ist die Anhebung der Bierpreise unvermeidlich.

ire Die deutschen Brauereien trifft für die erhebliche Verteuerung des Rohstoffes Braugerste eine gewisse Mitschuld. Denn während sie über einen Zeitraum von sechs Jahren unter Hinweis auf den beim Preis unbeweglichen Marktführer Krombacher keine Preiserhöhung durchsetzen wollten, haben sie permanent an der Kostenschraube gedreht. Betroffen waren vor allem Landwirte, denen die von den Brauern unter Druck gesetzten Mälzereien die Preise zuletzt diktieren konnten. In diesem Jahr sind viele Ackerbauern aus Enttäuschung und mit der Hoffnung auf höhere Ergebnisse schließlich auf andere Feldfrüchte ausgewichen.

Schon Anfang des Jahres war auf vielen landwirtschaftlichen Zusammenkünften der Frust über das Verhalten der Brauereien zu spüren. In der Folge sank die Anbaufläche für Sommergerste in Deutschland insgesamt auf unter 500 000 Hektar, während zur Ernte 2003 noch 750 000 Hektar Braugerste aus heimischem Anbau zur Verfügung standen. Hinzu kamen noch niedrigere Erträge aus anderen Anbauregionen wie Frankreich, was auch die Importware erheblich verteuerte. Denn der Bedarf der deutschen Mälzereien liegt bei rund zwei Millionen Tonnen jährlich. Inzwischen haben fast alle heimischen Großbrauereien wie Bitburger, Warsteiner oder Veltins für den Jahresanfang 2008 Preiserhöhungen angekündigt, die im Durchschnitt bei 60 Cent pro Kasten liegen sollen. Für die Verbraucher soll der Standardkasten Bier mit zwanzig Halbliterflaschen dann um rund einen Euro teurer werden.

Als Begründung mussten neben höheren Preisen für Energie und Verpackung auch die gestiegenen Rohstoffkosten herhalten. Zur Herstellung von 100 Litern Bier werden knapp 21 Kilogramm Braugerste benötigt. Nach Angaben der ZMP errechnet sich für einen Kasten Bier jetzt ein Rohstoffanteil von 65 Cent oder vier Prozent. Im Vorjahr lag der entsprechende Wert lediglich bei 26 Cent beziehungsweise zwei Prozent.

Viele Landwirte wittern jetzt Morgenluft und wollen die Preise für Braugerste an den jeweils aktuellen Weizenpreis koppeln, um so von der Rohstoffhausse dauerhaft zu profitieren. Doch dazu zeigen die Brauer wenig Bereitschaft. „Wir wissen dass wir höhere Preise zahlen müssen, lehnen aber diesen Automatismus ab“, sagt Peter Hahn Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB).

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