Rohstoffe
Rio-Tinto-Aktionäre stimmen ab

Der Rohstoffkonzern Rio Tinto steht vor seiner wohl wichtigsten Hauptversammlung: Der Konzern plant ein strategisches Bündnis mit dem chinesischen Metallkonzern Chinalco. Nach den Aktionären muss auch die australische Regierung zustimmen. Dies gilt nicht als sicher, in Australien regt sich Widerstand.

LONDON/SYDNEY. Der Rohstoffkonzern Rio Tinto steht vor seiner wohl wichtigsten Hauptversammlung. Am Mittwoch sollen die Aktionäre des britischen Konzernteils Rio Tinto Plc über die umstrittene Partnerschaft mit dem chinesischen Metallkonzern Chinalco abstimmen. Sie würde dem Staatsunternehmen im Gegenzug für eine Kapitalspritze von 19,5 Mrd. Dollar maßgeblichen Einfluss auf Rio Tinto geben. Nach den Aktionären muss noch die australische Regierung zustimmen. Spekulationen über eine Kapitalerhöhung als Alternative zum China-Deal haben die Aktie zuletzt gebremst.

Rio Tinto ist durch die Übernahme des kanadischen Aluminiumherstellers Alcan auf dem Höhepunkt des Rohstoffbooms mit mehr als 38 Mrd. Dollar verschuldet. Der Konzern hat 2008 bei einem Umsatz von 58 Mrd. Dollar 3,7 Mrd. Dollar Reingewinn erwirtschaftet. Der Verfall der Rohstoffpreise reduzierte jedoch den Cash-flow des drittgrößten Bergbaukonzerns, so dass ihm die Rückzahlung der Schulden immer schwerer fällt. Um zu sparen, hat Rio Tinto daher zuletzt beschlossen, den Ausbau der Raffinerie Yarwun im Bundesstaat Queensland zu verlangsamen und die Produktion von Bauxit in der Weipa Mine zu reduzieren. Nach Einschätzung von Clarke Wilkins von der Citigroup müsse Rio Tinto zum einen sparen, um die Schulden zurückzuzahlen. Außerdem sei die Kostenkontrolle im Vorfeld der Entscheidung über eine Erhöhung der Beteiligung von Chinalco an Rio Tinto besonders wichtig.

Wegen des Schuldenbergs hatte sich die Konzernführung um Vorstandschef Tom Albanese im Februar zu einem strategischen Bündnis mit Chinalco entschlossen. Es sieht vor, dass der chinesische Aktionär seinen Anteil per Wandelanleihe auf 18 Prozent verdoppelt. Dadurch würden Rio Tinto 7,2 Mrd. Dollar zufließen. Außerdem will der Konzern den Chinesen für insgesamt 12,3 Mrd. Dollar Beteiligungen an einigen der größten Bergwerke der Welt verkaufen. China bekäme damit Zugriff auf Kupfer, Eisenerz, Bauxit und Aluminium. Die Vereinbarung sorgte innerhalb des Konzerns für Ärger: Der designierte neue Chairman Jim Leng zog sich unter Protest aus dem Verwaltungsrat zurück.

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