Rohstoffe
Schnäppchenpreise in der australischen Minenindustrie

Es ist ein Beben in der australischen Rohstoffindustrie: Der von einem Preisverfall begleitete dramatische Rückgang der Nachfrage nach Rohstoffen lässt immer mehr australische Firmen bei ihren chinesischen Exportpartnern um Hilfe bitten. Dort rennen sie offene Türen ein.

SYDNEY.Der Küchenchef im "Social Democratic Club" in der Bergbaustadt Broken Hill sollte sich daran gewöhnen, "Dim Sums" zu kochen. Nachdem die Aktionäre des Rohstoffkonzerns Perilya und die australische Fremdinvestitionsbehörde einem Beteiligungsangebot der Zhongjin Lingnan aus Shenzhen zugestimmt haben, wird im traditionsreichen Restaurant der australischen Gewerkschaftsbewegung der Bedarf an Häppchen chinesischer Machart steigen. Auch das zeigt das Ausmaß des Bebens, das in der australischen Rohstoffindustrie geschehen ist.

Die unter Finanzierungsproblemen und schwindenden Exportaufträgen leidende Perilya hat keine andere Möglichkeit gesehen, als eine Kapitalspritze in Höhe von 45,5 Mio. australischen Dollar (23 Mio. Euro) des Schmelzwerks Zhongjin anzunehmen, um überleben zu können. Selbst die Entlassung von 440 Arbeitern half nicht. Ein bedeutender Teil des erzhaltigen Gesteins unter der Stadt - einst eine der reichsten Silber-, Blei- und Zinklagerstätten der Welt - wird damit unter ausländische Kontrolle kommen.

Für die stolzen Bergbauarbeiter von Broken Hill, rund 1 000 Kilometer westlich von Sydney, ist die Übernahm ein Schlag. Und für Australien ist sie von historischer Bedeutung: Die Reste des Erzes, das einst Grundlage für das Wachstum der Rohstoffgiganten BHP Billiton (früher Broken Hill Proprietary) und Rio Tinto war, fallen in die Hand der Chinesen.

Auch in andere australische Rohstoffunternehmen ziehen immer öfter chinesische Manager ein. Der von einem Preisverfall begleitete dramatische Rückgang der Nachfrage nach Rohstoffen lässt immer mehr australische Firmen bei ihren chinesischen Exportpartnern um Hilfe bitten: die letzte Rettung vor dem Konkursverwalter. Sie rennen in China offene Türen ein. Dort haben die Staatsbetriebe noch Kapital und sichern den Nachschub an essenziellen Rohstoffen - allen voran Eisenerz für die Stahlherstellung. Australien, geografisch nah und unermesslich reich an dem Rohstoff, ist eine ideale Quelle.

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