Rohstoffe
Schwieriger Antritt in Lateinamerika

Die Absage kam nach acht Jahren Verhandlungen: Vor drei Wochen cancelte der Stahlkonzern Baosteel ein geplantes Stahlwerk, eigentlich wollten die Chinesen fünf Mrd. Dollar investieren. Nun kritisieren sie Umweltbehörden und die bundesstaatliche Bürokratie.

SAO PAULO. Die Absage kam nach acht Jahren Verhandlungen: Vor drei Wochen cancelte der Stahlkonzern Baosteel ein geplantes Stahlwerk. Zusammen mit dem brasilianischen Erzkonzern Vale wollten die Chinesen fünf Mrd. Dollar in Brasilien investieren. Weil sich die Umweltbehörden und bundesstaatliche Bürokratie quer legten, sagten die Chinesen das Joint Venture überraschend ab.

So ist nichts mehr übrig von den großen Investitionsprojekten, die Chinas Staatspräsident Hu Jintao vor vier Jahren in Südamerika verkündete: 20 Mrd. Dollar erhoffte sich Argentiniens Regierung an Investitionen in Bergbau, Ölförderung und Infrastruktur - bisher ist kein Geld geflossen. Dabei hatte Brasilien neben dem Stahlwerk auf weitere Projekte für rund fünf Mrd. Dollar im Bereich Gas-Pipelines und Schienentransport gehofft. In Venezuela planten die Chinesen Ölförderungen sowie Pipelines an den Pazifik. Doch wegen der unklaren Investitionsbedingungen zögern Chinas Konzerne. In Chile wollte der chinesische Metallkonzern Minmetals mit Codelco eine 25-Prozent-Beteiligung an einer Kupfermine erwerben. Doch die Gewerkschaften protestierten.

"Die chinesischen Konzerne kritisieren die Bürokratie, die vielen und strengen Auflagen sowie die fehlende Informationen in Brasilien", sagt Rodrigo Maciel, Geschäftsführer des brasilianisch-chinesischen Unternehmerrates CDBC, die Schwierigkeiten der Chinesen beim Markteintritt.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
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