Rohstoffe
Steigender Ölpreis bringt Firmen in Bedrängnis

Droht jetzt eine neue Ölpanik? Seit Anfang des Jahres hat sich der Preis für den Rohstoff verdoppelt. Firmen fürchten um den erhofften Aufschwung der Weltwirtschaft. Mitten in der Krise geraten sie erneut in Bedrängnis. Das trifft die Industrie – und die Verbraucher. Warum der Ölpreis erneut zum Bremsklotz für die Konjunktur wird.

juf/jkn/rp/shf FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Wie vor einem Jahr steigen die Ölpreise seit Jahresbeginn kontinuierlich. So hat sich der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) auf rund 70 Dollar fast verdoppelt. Die Entwicklung wird für die Unternehmen immer mehr zu einer Belastung – und könnte sich gekoppelt mit wachsender Arbeitslosigkeit im Herbst zu einer Bedrohung für die erhoffte Erholung entwickeln.

Getrieben werden die Preise ausgerechnet durch die Hoffnungen auf eine schnelle Verbesserung der Konjunktur. Hinzu kommt eine steigende Nachfrage aus China. Zusätzlich unterstützt die aktuelle Schwäche der US-Währung den Trend: Für Investoren außerhalb des Dollar-Raums wird das in Dollar gehandelte Rohöl billiger. Stützend wirkten zuletzt auch Meldungen aus dem Ölförderland Nigeria, Rebellen hätten erneut einen Anschlag auf eine Pipeline im Nigerdelta verübt.

Angesichts des wieder teurer werdenden schwarzen Goldes werden die warnenden Stimmen von Experten lauter. So sehen die Analysten der WestLB gerade schwächelnde Branchen wie etwa die Automobilindustrie oder die Luftfahrt unter Druck. Bei den Fluggesellschaften ist das Thema bereits angekommen: Das Management der Lufthansa fürchtet, wegen der Zusatzkosten um den angepeilten operativen Gewinn für 2009 nicht zu erreichen. Das intern angesetzte Kerosin-Budget für das laufende Jahr wurde um 150 Millionen Euro auf 3,55 Milliarden Euro ausgeweitet.

Andere Unternehmen werden die Folgen erst im Laufe des zweiten Halbjahres spüren – wie etwa die Chemieindustrie. Die Zusatzbelastung trifft sie in einer ohnehin schwachen Ertragslage. Besserung ist nicht in Sicht, viele Branchenvertreter gehen davon aus, dass die schwache Nachfrage nach Chemieprodukten im Gesamtjahr anhalten wird. Angesichts dessen wird es nach Ansicht der Experten von Standard & Poor’s schwieriger, die steigenden Rohstoffkosten weiterzugeben. Im Boomjahr 2008 war das noch möglich.

Teilweise hat sich der Effekt bereits in rückläufigen Margen bei Petrochemie- und Kunststoffproduzenten niedergeschlagen. Nach Einschätzung von Fachleuten sind dabei vor allem Unternehmen betroffen, deren Wertschöpfungskette auf Rohbenzin (Naphta) aufbaut, darunter die meisten europäischen Chemiekonzerne.

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