Rohstoffe
Suncor und Petro-Canada bilden neuen Energieriesen in Kanada

Die beiden kanadischen Unternehmen Suncor und Petro-Canada wollen sich zusammenschließen. Damit entstünde das größte Energieunternehmen Kanadas mit einem Marktwert von rund 46 Mrd. Kanada-Dollar. Beide Unternehmen gehören zu den stärksten Akteuren in der Ölsandindustrie der Provinz Alberta.

OTTAWA. Die beiden kanadischen Unternehmen Suncor und Petro-Canada wollen sich zusammenschließen. Damit entstünde das größte Energieunternehmen Kanadas mit einem Marktwert von rund 46 Mrd. Kanada-Dollar (27,5 Mrd. Euro). Beide Unternehmen gehören zu den stärksten Akteuren in der Ölsandindustrie der Provinz Alberta, die erheblich unter dem Preisverfall bei Öl leidet. Der Zusammenschluss muss noch von den Anteilseignern und den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Die Fusion werde eine Führungskraft im Energiesektor schaffen, die sich mit ihren Vermögenswerten, ihrer Kostenstruktur und finanziellen Stärke dem globalen Wettbewerb stellen könne, sagte Rick George, Präsident und Chief Executive Officer von Suncor, der die gleichen Funktionen im fusionierten Unternehmen innehaben soll. Ron Brennemean, Präsident und CEO von Petro-Canada, erklärte, die Schaffung einer größeren Einheit führe zu "mehr Stabilität in volatile Märkten" und schaffe "finanzielle und organisatorische Kapazität, in Zukunft erfolgreich Großprojekte in Angriff zu nehmen".

Damit werden die Probleme angesprochen, die sich in den vergangenen Monaten durch den drastischen Preisverfall bei Öl für die kapitalintensive Förderung von Öl aus dem Ölsand West-Kanadas ergeben haben. In der Boomzeit der vergangenen zwei Jahre hatte zunächst der Preisanstieg bei Rohstoffen wie Stahl und bei den Arbeitskosten die Ölsandprojekte verteuert. Zuletzt hatten Analysten berechnet, dass für neue Projekte ein Ölpreis von 75 bis 100 US-Dollar notwendig ist, um die Ölsandförderung und-verarbeitung rentabel zu machen. Dies ist mit den jetzigen Preisen um 50 Dollar nicht mehr möglich. Daher hat die Industrie in den vergangenen Monaten Projekte im Milliardenbereich verschoben oder ganz abgesagt. Beide Unternehmen zusammen produzieren gegenwärtig täglich 288 000 Barrel Öl aus Ölsand und 243 000 Barrel konventionelles Öl. Sie verfügen eigenen Angaben zufolge über 7,5 Milliarden Barrel Öläquivalent an bewiesenen und wahrscheinlichen Reserven und darüber hinaus über wahrscheinliche Ressourcen von 19 Milliarden Barrel Öläqivalent. Öläquivalent bedeutet, dass Erdgasreserven in Öl umgerechnet werden.

Die Fusion soll jährliche Einsparung von 300 Millionen Dollar bei den operativen Kosten bringen. Der Zusammenschluss soll durch Aktientausch vollzogen werden. Dabei erhalten die Aktionäre von Petro-Canada für jede Petro-Canada-Stammaktie 1,28 Aktien des fusionierten Unternehmens. Die jetzigen Suncor-Aktien werden 1:1 gegen die neuen Aktien eingetauscht. Die Tauschrate bedeutet nach Angaben der Unternehmen für die Petro-Canada-Aktionäre eine Prämie von etwa 25 Prozent gegenüber dem mittleren Handelspreis der vergangenen 30 Tage.

Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Suncor geführt werden. Neben Ölsand ist die Erdgasförderung der wichtigste Unternehmensteil. Petro-Canada, das 1975 unter der Regierung Pierre Trudeau als staatseigenen Unternehmen gegründet worden war, wurde zwischen 1991 und 2004 vollständig privatisiert.

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