Rohstoffe
Voll auf die Bremse: Minenkonzerne bauen ab

Die Bergbaukonzerne schalten weltweit auf Rezession. Der dramtische Preisverfall bei den Rohstoffen macht ihnen zu schaffen. Allein der Minen-Gigant Rio Tinto streicht 14000 Stellen - und will jetzt auch einen Großteil seiner Beteiligungen verscherbeln.

LONDON.Der weltweit drittgrößte Bergbaukonzern Rio Tinto will wegen des drastischen Preisverfalls bei Rohstoffen 13 Prozent seiner Stellen streichen. Wie der australisch-britische Konzern gestern ankündigte, sollen neben dem Wegfall der 14 000 Jobs die Investitionsausgaben um mehr als die Hälfte gekürzt werden.

Um die Schulden von gut 40 Milliarden Dollar schneller zurückzahlen zu können, sollen Unternehmensbereiche verkauft werden. Auch die angekündigte Erhöhung der Dividende kassierte Rio Tinto wieder ein. Gleichwohl kamen die Ankündigungen am Markt gut an. Das Rio-Tinto-Papier legte in London zeitweise um mehr als 19 Prozent zu.

Erst vor kurzem hatte Konkurrent BHP Billiton seine 66 Milliarden Dollar schweren Übernahmepläne für Rio fallengelassen. Die hohe Verschuldung sei im derzeitigen Marktumfeld ein nicht hinzunehmendes Risiko.

Die Minenkonzerne leiden vor allem unter dem andauernden Preisverfall an den Rohstoffmärkten. Seit Anfang Juli haben sich die Notierungen - gemessen am CRB-Rohstoffindex - mehr als halbiert. Ausgelöst wurde der Absturz durch die Zuspitzung der Finanz- und Kreditkrise. Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich damit verschlechtert, die Nachfrage nach Rohstoffen ist völlig eingebrochen. "Der historische Boom der Rohstoffpreise endet mit der Verlangsamung des Wachstums", schreibt die Weltbank in ihrem gestern veröffentlichten Rohstoffüberblick.

Als Folge davon kappen immer mehr Bergbauunternehmen die Produktion. Nach Schätzungen der Credit Suisse werden voraussichtlich 119 neue Projekte aufgeschoben. "Die Minenprojekte sterben wie die Fliegen", schreibt die Bank. Nächsten Mittwoch wird wohl auch der Branchenvierte Anglo American ein reduziertes Investitionsprogramm vorlegen.

Die Zulieferer der Konzerne spüren die Auswirkungen der Sparkurse. Viele Projekte sind nicht mehr rentabel, oder die Finanzierung klemmt. "Wir erwarten in der Branche auch von anderen Firmen Anfragen für Verschiebungen", sagte Paul Rheinländer, Chef der Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei.

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