Rohstoffhunger
China steigt bei argentinischer BP-Tochter ein

Mit seinen zehn Prozent Wachstum benötigt China enorme Mengen Rohstoffe - vor allem Öl. Die staatlichen Konzerne schlagen deshalb mit Übernahmen zu, wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Da passt es, dass die britische BP nach ihrer Ölkatastrophe dringend Geld braucht.
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HB PEKING. Die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) hat den argentinischen Ölförderer Pan American Energy unter seine Kontrolle gebracht. Der chinesische Staatskonzern hat dem britischen Konkurrenten BP über eine Tochtergesellschaft 7,06 Mrd. Dollar für einen Anteil von 60 Prozent bezahlt, wie die Unternehmen am Montagmorgen mitteilten. Käufer ist der argentinischen Öl- und Gashersteller Bridas, der zur Hälfte zu CNOOC und zur Hälfte einem argentinischen Investor gehört. Die übrigen 40 Prozent von Pan American gehörten Bridas bereits.

BP braucht derzeit drigend Geld. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kostet das Unternehmen voraussichtlich 40 Mrd. Dollar. Im Juli hatte BP bekannt gegeben, sich von Firmenanteilen im Wert von 30 Mrd. Dollar zu trennen. Nachdem Verkauf von Pan Amerikan sind von dieser Summe bereits zwei Drittel erreicht.

Die Förderrecht von Pan American in Bolivien seien von dem Geschäft ausgeschlossen und blieben bei BP, teilte CNOOC am Montag mit. Die Übernahme soll in der ersten Hälfte des Jahres 2011 in Kraft treten. Die Kartellbehörden der beteiliten Länder können jedoch noch Einspruch erheben.

Aus chinesischer Sicht gehört der Zukauf zu der erklärten Strategie, sich weltweit möglichst großen Einfluss auf die Rohstroffproduktion zu sichern. Die Staatsunternehmen sollen nicht nur Öl- und Gasfelder, sondern auch Uranminen oder Eisenerzbergwerke unter ihre Kontrolle bringen, um den riesigen Bedarf Chinas zu decken. Das Schwellenland ist der weltweit größte Energieverbraucher. Der Ausbau der Infrastruktur und der aktive Wohungsbau des Landes machen es zudem zum größten Abnehmer von Stahl.

Die staatlichen Rohstoffkonzerne wie Petrochina, Sinopec oder CNOOC gehören so bereits zu den größten der Welt. Das aktuelle Engagement in Südamerika ist dabei ein wichtiger Teil der Expansionsstrategie. CNOOC hatte für Bridas im Frühjahr 3,1 Mrd. Dollar ausgegeben. Das Unternehmen teilte am Montag auf seiner Website mit, dass seine nachgewiesenen Ölreserven mit dem Zukauf von Pan American um 14 Prozent gestiegen sind.

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