Rohstoffkonzerne
Chinesen retten Rio Tinto

Rohstoffe können chinesische Konzerne sehr gut gebrauchen. Was liegt da näher, als in der aktuellen Krisenzeit bei einem der weltweit größten Rohstoffkonzerne einzusteigen? Der staatliche chinesische Aluminiumkonzern Chinalco ist offenbar kurz davor, Teile von Rio Tinto zu kaufen.

HB PEKING. Chinas Aluminium-Riese Chinalco eilt dem angeschlagenen australisch-britischen Metall-und Bergbaukonzern Rio Tinto zu Hilfe. Wie das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen erfuhr, soll noch heute der chinesische Staatskonzern eine Finanzspritzte von 19,5 Mrd. US-Dollar (gut 15 Mrd. Euro) bekanntgeben. Chinalco stehe kurz vor einer entsprechenden Einigung, bestätigte zudem Lu Youqing, Vize-Chef von Chinalco, einigen Nachrichtenagenturen.

Der Zukauf wäre die bisher größte chinesische Investition an einem ausländischen Unternehmen. Laut Presseberichten soll Chinalco für 7,2 Mrd. Dollar Wandelanleihen kaufen. Ferner werde der Pekinger Staatskonzern für 12,3 Mrd. Dollar von Rio Tinto Eisenerz-, Kupfer- und Aluminium-Gruben übernehmen. Damit baut China seinen Einfluss im internationalen Rohstoffhandel deutlich aus.

Der Staatskonzern aus Peking habe an fast allen Rohstoffen Interesse, die Rio Tinto herstelle, sagen Analysten. So stellen zum Beispiel die australischen Minen das Vorprodukt Alumina her, das Chinalco als Aluminiumproduzent dringend benötigt. China nutze so nicht nur die günstigen Preise durch den Verfall der Rohstoffpreise, sondern könne künftig auch besser die Preise der Vorprodukte für die eigenen Schmelzen kontrollieren.

Die Chinesen stecken jedoch auch in einer Investoren-Zwickmühle. Chinalco hatte sich vor einem Jahr mit neun Prozent bei Rio Tinto eingekauft, doch das Investment von 14 Mrd. Dollar hat seither mehr als drei Viertel an Wert verloren. Finanziert worden war dies von der chinesischem Regierung. "Peking muss also Rio Tinto retten, will es nicht seinen Milliardeneinsatz verlieren", so ein Banker in Peking.

Chinalco ist seitdem größter Einzelaktionär und würde mit dem heutigen Zukauf seine Beteiligung an Rio Tinto von 9 auf 18 Prozent verdoppeln. Allerdings muss dieser Deal sowohl von der australischen Regierung als auch von der Führung in Peking genehmigt werden. Die politische Zustimmung stehe aber noch aus, berichten die Agenturen.

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