Rohstoffkonzerne
Neue Runde der Übernahmeschlacht um Falconbridge

Der Minenkonzern Inco hat sich aus dem milliardenschweren Übernahmekampf um den Bergbaukonzern Falconbridge zurückgezogen. Damit platzt zugleich die in einem weiteren Schritt geplante Mega-Fusion zwischen den beiden kanadischen Unternehmen und dem US-Kupferkonzern Phelps Dodge.

HB TORONTO. Zum Zuge kommen dürfte nun die in der Schweiz ansässige Xstrata, die jüngst ihr feindliches Übernahmeangebot für Falconbridge noch einmal erhöht hatte.

Inco, der weltweit zweitgrößte Nickelproduzent, wird nun selbst zum Übernahmeziel, da der ebenfalls kanadische Konzern Teck Cominco die Aufgabe des Falconbridge-Deals zur Bedingung für sein feindliches Übernahmeangebot gemacht hat.

„Eine große Anzahl von Falconbridge-Aktionären hat unser Angebot unterstützt, doch das war leider nicht genug“, sagte Inco-Chef Scott Hand am Freitag. Der anvisierte Anteil von mindestens 50,01 Prozent der Aktien sei bis zum Auslaufen des Tenders am Freitagmorgen nicht erreicht worden. Mit dem Rückzug Incos verliert Falconbridge ihren Wunschpartner. Der Rohstoffkonzern Xstrata hält bereits 20 Prozent an Falconbridge. Für die 80 Prozent, die der Schweizer Konzern noch haben will, müsste er umgerechnet 16,9 Milliarden US-Dollar zahlen.

Xstrata-Papiere legten an der Londoner Börse 7,5 Prozent zu, während der Aktienkurs von Falconbridge trotz eines großen Handelsvolumens nahezu unverändert bei 62,25 kanadischen Dollar verharrte. Er blieb damit unter dem Xstrata-Gebot von 62,50 kanadischen Dollar.

Incos Offerte, die einen Bar- und einen Aktienanteil umfasste, war als erster Schritt eines weiter gehenden Zusammenschlusses anvisiert. Phelps plante, Inco und Falconbridge zu übernehmen und daraus den größten Bergbaukonzern Nordamerikas zu formen. Inco kündigte nun an, sich auf eine Vereinbarung mit Phelps konzentrieren zu wollen.

Doch Beobachter sehen Inco nun selbst als Objekt einer neuerlichen Übernahmeschlacht, die der um Falconbridge gleichen könnte. Es gebe schließlich bereits zwei Bieter für Inco, sagte Orest Wowkodaw, Analyst bei Canaccord Adams. Es sei wahrscheinlich, dass sich noch weitere Interessenten meldeten. Auch gehe er davon aus, dass Teck sein Gebot für Inco verbessern könnte.

Teck Cominco teilte am Freitag mit, seine Optionen prüfen zu wollen. Mit Incos Rückzug aus der Übernahmeschlacht um Falconbridge sei eine der Hauptbedingungen erfüllt, sagte ein Teck-Sprecher.

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