Rohstoffriese mit Rekordgewinnen
Expansion macht sich für BHP Billiton bezahlt

Der weltgrößte Bergbaukonzern, BHP Billiton, hat mit einem Rekordergebnis die Expansion der vergangenen Jahre gerechtfertigt. Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise brachten der britisch-australischen Gruppe für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 6,4 Mrd. Dollar.

LONDON. Neben dem Boom der Rohstoffpreise profitierte BHP vom viel kritisierten Engagement im Ölgeschäft. Vorstandschef Chip Goodyear gab einen optimistischen Ausblick auf die kommenden Jahre. Die zuletzt gefragte Aktie rutschte jedoch ab, weil die Dividende unter den Erwartungen blieb.

BHP Billiton hat in den vergangenen Jahren durch Akquisitionen und zwei Dutzend große Minenprojekte stark expandiert und zugleich eine beispiellose Breite von Produkten erreicht. „Wir sind nun das einzige Unternehmen in der Welt, das Rohstoffe für alle Formen der Energieerzeugung liefern kann“, sagte Goodyear gestern.

Er habe gegen die Forderungen vieler Anleger an der Ölförderung fest gehalten und jetzt profitiere BHP davon. In der Tat steigerte das Öl- und Gasgeschäft den Gewinn um knapp ein Drittel und ist jetzt zweitgrößte Sparte des Konzerns. Kohle gehört zum Stammgeschäft, und mit dem jüngsten Kauf der aus- tralischen WMC Resources für 7,2 Mrd. Dollar gehört BHP nun auch eine große Uranmine.

Chip Goodyear erwartet für die kommenden Jahre sehr gute Geschäfte. Trotz der hohen Rohstoff- und Energiekosten entwickele sich die Weltwirtschaft stark, sagte er. Die Nachfrage nach Rohstoffen sei ungebrochen und bei vielen Produkten stärker als das Angebot. Er ging ausführlich auf die von vielen Ökonomen vertretene These vom „Superzyklus“ ein, wonach die Industrialisierung Chinas und anderer Schwellenländer den Rohstoffverbrauch dauerhaft auf ein neues Niveau hebe. Doch er scheute davor zurück, sie sich zu eigen zu machen.

Analysten halten das für taktische Zurückhaltung. Die Rohstoffkonzerne seien intern viel optimistischer, als sie es zeigen wollten, sagte ein Analyst einer Großbank. „Sie wollen keine Spekulationsblase erzeugen und nicht zu viele Unternehmen reizen, in das Rohstoff-Geschäft einzusteigen.“ Als Indiz für die Zuversicht in der Branche lässt sich auch der Einstieg des weltgrößten Kohleerzeugers Xstrata beim kanadischen Metallproduzenten Falconbridge werten – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Minenaktien auf Rekordhöhe gehandelt werden.

Auch BHP Billiton denkt nicht daran, das Expansionstempo zu drosseln. Jeweils rund sechs Milliarden Dollar Investitionen kündigte Finanzchef Chris Lynch für die kommenden beiden Geschäftsjahre an. Profitables Wachstum durch neue Projekte und Akquisitionen bleibe Priorität, sagte Goodyear. Der wachsende Wettbewerb und immer schwierigere Genehmigungsverfahren erschwerten das jedoch. Auch die Arbeits- und Materialkosten für neue Projekte stiegen kräftig. In der Tat stiegen die Produktionskosten 2004/05 um 775 Mill. Dollar. Auf der anderen Seite erhöhten jedoch Preissteigerungen den Gewinn um 5,7 Mrd. Dollar. Einen Wermutstropfen entdeckten Anleger aber: BHP will die Dividende nur um zwei auf 28 Cent je Aktie erhöhen. Fondsmanager kritisierten das als enttäuschend. Die BHP-Aktie, die seit Jahresanfang um ein Drittel gestiegen ist, verlor gestern rund drei Prozent.

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