Rohstoffriese Xstrata
Verschwiegene Schweizer

Die Bergbaubranche läuft derzeit auf Hochtouren. Das bekommt besonders der Schweizer Bergbaukonzern Xstrata zu spüren und nimmt Anlauf zum Aufstieg in die erste Liga der Branche. Doch manches bleibt bei dem Rohstoffriesen im Dunkeln.

ZÜRICH. Die Generalversammlungen des einzigen internationalen Schweizer Bergbaukonzerns sind wahrlich keine Quotenrenner: Wenn Xstrata einlädt, verlieren sich in den Saal im eidgenössischen Steuerparadies Zug, wo die Aufsichtsrat unter Vorsitz seines deutschen Chefs Willy Strothotte tagt, selten mehr als 50 Besucher. Und nach London, wo die operative Spitze um Mick Davis ihren Sitz hat und wohin die Versammlungen simultan übertragen werden, verschlägt es kaum mehr als ein halbes Dutzend Zuhörer.

Schon mit der nächsten Generalversammlung könnte sich das ändern. Das liegt ganz allgemein daran, dass Rohstoffkonzerne dank enormer Nachfrage nach ihren Produkten, derzeit einen Boom erleben. Es liegt aber auch an der besonderen Situation der Schweizer: Sie sind dabei, nach den Sternen zu greifen.

Für Xstrata wird sich voraussichtlich am Montag entscheiden, ob das Unternehmen Erfolg hat mit seinem Übernahmeangebot an die Aktionäre des kanadischen Nickel- und Kupferproduzenten Falconbridge. Xstrata hält bereits 24,5 Prozent der Anteile an dem Konzern, dessen Verwaltungsrat sich nach einigem Hin und Her für das Angebot aus der Schweiz ausgesprochen hat. Kommt Xstrata zu Zuge, würde der Konzern gemessen am Unternehmenswert in die erste Liga aufsteigen. Er wäre hinter BHP Billiton, Rio Tinto, Anglo American und der brasilianischen Companhia Vale do Rio (CVDR) die Nummer fünf der Welt. Für so einen Riesen würden sich dann wohl ein paar Aktionäre mehr interessieren und viele Fragen stellen, bevor die beiden Großaktionäre – der Rohstoffhändler Glencore und Credit Suisse, die zusammen 36 Prozent der Xstrata Anteile halten – die Strategiefragen wieder unter sich klären.

Xstrata ist einer der größten Kohleproduzenten auf dem Globus. Zudem fördert das Unternehmen in mehreren Ländern Kupfer, Zink, Blei, Silber, Gold und Legierungsmetalle. In Australien ist der Konzern ein wichtiger Spieler in der Rohstoffindustrie: 2003 hatten die Zuger dort ein Bergwerk für drei Mrd. Dollar erworben. Seither investierte Xstrata in den Ausbau der Anlage, die vor allem Kupfer fördert.

Neue Langzeitstudien zur Entwicklung des Preises von Zink haben die Schweizer bewogen, die Förderung dieses Metalls auszubauen. Zink-Projektmanager Jeff Moncrieff erwartet, dass der australische Black-Star-Tagebau bis zu 800 000 Tonnen im Jahr produzieren kann – die drittgrößte Zinkproduktionsstätte der Welt. Außer in Australien fördert und verarbeitet Xstrata Zink in Spanien, Norddeutschland und Großbritannien. In Spanien betrieben die Eidgenossen die Zinkgießerei San Juan de Nieva, mit einer Jahreskapazität von 492 000 Tonnen die größte der Welt.

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