Rolls-Royce-Chef
„Einen Achtzylinder wird es nicht geben“

Seit Torsten Müller-Ötvös Chef bei Rolls-Royce ist, fährt der Luxus-Hersteller ein Rekordjahr nach dem anderen ein. Mit welcher Strategie er das auch 2013 erreichen will, erklärt Müller-Ötvös im Interview.
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DüsseldorfHerr Müller-Ötvös, 2012 war das dritte Rekordjahr in Folge für Rolls-Royce, wenn auch mit einem deutlich geringerem Wachstum. Woher kommt dieser Boom im Luxus-Segment? 

Die erfolgreichen Marken im Luxus-Segment sind in der Regel weltweit erfolgreich aufgestellt. In einigen Märkten hat sich die konjunkturelle Lage bemerkbar gemacht, andere Märkte laufen nach wie vor gut. Dazu zähle ich auch die USA, die sich für uns gegen Jahresende sehr erfreulich entwickelt haben. Getrieben durch den hohen Ölpreis, der die Konjunktur im arabischen Raum angetrieben hat, haben wir dort auch eine positive Entwicklung erlebt.

 

Auf dem europäischen Festland konnten Sie rund ein Fünftel mehr Fahrzeuge absetzen als im Vorjahr. Lässt die Euro-Krise die Superreichen auf dem Kontinent kalt? 

Wir hatten in Deutschland ein sehr erfolgreiches Jahr. Der Ghost hat uns geholfen, den „Fußabdruck“ von Rolls-Royce zu vergrößern. Zudem haben wir in der Schweiz einen unverändert starken Markt. Frankreich, Spanien und Italien leiden stärker unter der Krise und das spüren auch wir. 

Einige Regionen wie der Mittlere Osten, Europa und Asien haben im Schnitt etwa 20 Prozent zulegt, der Gesamtabsatz aber nur um ein Prozent. In welchen Märkten haben Sie verloren? 

Den wesentlichen Anteil haben wir in China verloren. Anfang des vergangenen Jahres haben sich die Chinesen äußerst zurückhaltend gezeigt. Diese Entwicklung hat nicht nur uns betroffen, sondern auch andere Luxusmarken außerhalb des Automobilbereichs

 

Die USA haben 2012 wieder China als Ihren wichtigsten Markt abgelöst. Ist das eine vorübergehende Erscheinung oder erwarten Sie in den USA ein größeres Potenzial als in China? 

Nachdem die neue Regierung in China im Amt ist und sich eine politische Richtung absehen lässt, hat sich der Markt zum Jahresende wieder für uns nach oben entwickelt. Meine Prognose für China im Jahr 2013 ist sehr positiv.

Seit rund einem Jahr sind Sie mit eigenen Repräsentanzen auch in Brasilien und Chile vertreten. Wie haben sich diese neuen Märkte in Südamerika für Rolls-Royce entwickelt? 

Gut, aber es steckt noch fast alles in den Anfängen. Ich bin sehr zufrieden, beide Händler haben ein gutes Geschäft gemacht. Wir sehen dort großes Potenzial, sonst hätten wir und unsere Partner vor Ort keine Millionen-Investitionen getätigt. In 15 Jahren wird Lateinamerika einen substanziellen Anteil an unserem Ergebnis haben. 

Kommentare zu " Rolls-Royce-Chef: „Einen Achtzylinder wird es nicht geben“"

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  • m.E ist "Der V12 ist Teil der Faszination eines Rolls-Royce und seiner unnachahmlichen Laufruhe." einfach Unsinn. Die faszinierendsten RR hatten einen 6.75-Liter V8. Auch wenn bereits Ende der 30 Phantom mit V12 bestueckt wurden, wurde erst durch Einbau der unsaeglichen BMW-Motoren der V12 in Stueckzhlen verbaut und RR seines Charakters beraubt.

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