Rote Zahlen im ersten Halbjahr verbucht
Das Bier fließt bei Brau und Brunnen nicht mehr so gut

Im ersten Halbjahr des Jahres hat der Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen empfindliche Absatzeinbußen erlitten und rote Zahlen geschrieben.

HB DORTMUND. Der Bierabsatz sackte um 7,7 % auf 3,5 Mill. Hektoliter ab. Die Oetker-Tochter erklärte den Rückgang am Freitag mit schlechterem Wetter im Vergleich zum Jahrhundertsommer 2003 und der Konsumflaute in Deutschland. Der Verlust vergrößerte sich im Jahresvergleich um 2,7 Mill. € auf 3,8 Mill. €. Darin enthalten war bereits ein Gewinn aus dem Verkauf eigener Aktien in Höhe von 6,6 Mill. €.

Der Umsatz fiel um 8,9 % auf 318,6 Mill. €. Im Geschäftsfeld Bier gingen die Erlöse um 8,1 % auf 267,2 Mill. € zurück. Der Verlust lag bei 4,1 Mill. €. Bei den alkoholfreien Getränken (Vita Cola, Spreequell, Sinziger) brach der Absatz um 11,1 % auf 1,9 Mill. Hektoliter ein. Der Umsatz schrumpfte um 12,6 % auf 50,7 Mill. € zurück. Der Gewinn lag bei 400 000 €. Ende Juni beschäftigte der Konzern rund 3050 Menschen.

Bei einer einer außerordentlichen Hauptversammlung kündigte Brau und Brunnen am Freitag an, nach der Zwangsabfindung von Kleinanlegern ehemalige Aktionäre jährlich zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Die Altaktionäre sollen in den Jahren 2005 bis 2007 „bei einer zünftigen Brotzeit und gutem Bier auf dem Laufenden gehalten werden“, sagte Vorstand Albert Christmann vor rund 200 Anteilseignern.

Die Hauptversammlung war einberufen worden, um einen so genannten Squeeze-Out-Beschluss über die Zwangsabfindung der verbliebenen Kleinaktionäre herbeizuführen. Die Oetker-Gruppe will je Aktie 88,51 € zahlen und damit 2,13 € mehr als zunächst angekündigt. Über seine Tochter RB Brauholding GmbH hält Oetker mittlerweile rund 96,7 % der Aktien von Brau und Brunnen. Aktionärsvertreter kritisierten die vorgeschlagene Abfindung als möglicherweise zu niedrig und verwiesen auf einen höheren Unternehmenswert.

Neben dem Beschluss über die Übertragung der Aktien auf den Mehrheitseigner sollte außerdem aus Kostengründen per Satzungsänderung Berlin als einer von zwei Sitzen der Gesellschaft aufgegeben werden. Künftig soll nur noch Dortmund Firmensitz sein. Christmann betonte, dass damit keine Nachteile für Kunden oder Mitarbeiter in Berlin verbunden seien. Zum Fortgang des Anfang August für den Dortmunder Konzern angekündigten Sanierungsprogramms und zur aktuellen Lage des Unternehmens äußerte sich Christmann nicht.

Die Oetker-Gruppe hatte den Konzern im Frühjahr mehrheitlich übernommen. Mit der Radeberger Gruppe (Radeberger, Schöfferhofer, Clausthaler) und Brau und Brunnen (Jever, Tucher, Brinkhoffs) ist Oetker seitdem der größte deutsche Bierbrauer.

Squeeze Out bezeichnet das zwangsweise Herausdrängen von Minderheitsaktionären. Gegen Barabfindungen dürfen Großaktionäre, die mindestens 95 % der Stimmrechte an einer Gesellschaft halten, Kleinanleger ausschließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%