Rote Zahlen im Quartal
Kartellstrafe belastet SGL Carbon

Der Kohlenstoff-Spezialist und Grafitelektrodenhersteller SGL Carbon hat im zweiten Quartal wie erwartet wegen einer EU-Kartellstrafe starke Einbußen verzeichnet und ist in die roten Zahlen gerutscht. Gleichwohl hob das Wiesbadener Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr an.

HB FRANKFURT. Der Nettoverlust habe im Quartal bei 11,4 Mill. Euro gelegen nach einem Plus von elf Mill. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte SGL am Mittwoch mit. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank auf 22,6 Mill. von 33,3 Mill. Euro. Damit schnitt SGL aber besser als von Analysten erwartet ab, die mit einem Rückgang auf 18,9 Mill. Euro gerechnet hatten. SGL Carbon hatte bereits angekündigt, dass das Betriebsergebnis im zweiten Quartal von einer EU-Kartellstrafe mit 23,5 Mill. Euro belastet wird. Der Umsatz kletterte dank einer positiven Entwicklung in den Geschäftsfeldern Karbon und Grafite sowie Spezialitäten um 7,4 Prozent auf 301,6 Mill. Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet SGL nun mit einem Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent und einem Anstieg des Betriebsgewinns vor Sonderposten von mindestens 30 Prozent. Der Nachsteuergewinn vor Sonderposten werde sich mehr als verdoppeln. Bislang hatte das Unternehmen ein Umsatzplus von rund fünf Prozent sowie einen prozentual niedrigen zweistelligen Anstieg des Betriebsgewinns angepeilt. Im laufenden Quartal solle der Umsatz um mindestens zehn Prozent und der Betriebsgewinn um mindestens 20 Prozent steigen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im vergangenen Monat gegen SGL wegen Preisabsprachen bei Grafitelektroden eine Kartellstrafe von 75,7 Mill. Euro festgesetzt. „Mit dieser Entscheidung des EuGH und den im zweiten Quartal erfolgten bilanziellen und ergebniswirksamen Maßnahmen sind die Auswirkungen aus dem Verfahren „Grafitelektroden' endgültig abgeschlossen“, erklärte SGL. Das Bußgeld und die ausstehenden Zinsen seien bereits zu Beginn des zweiten Quartals hinterlegt worden. Damit führe Urteil im dritten Quartal nur noch zu einem Mittelabfluss von 8,5 Mill. Euro.

Die Nettofinanzschulden von SGL lagen zum Ende des ersten Halbjahres bei 253 Mill. Euro. Der Konzern bekräftigte das Ziel, diese bis Jahresende auf unter 240 Mill. Euro zu senken. Die im Nebenwerteindex MDax notierte SGL-Aktie notierte vorbörslich mehr als zwei Prozent im Plus.

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