Roth & Rau und Solon
Strauchelnde US-Solarfirma sorgt für Turbulenzen

Das drohende Aus für die US-Firma SpectraWatt könnte für zwei deutsche Unternehmen unangenehme Folgen haben. Der Solarmaschinenhersteller Roth & Rau muss vielleicht einen hohen Millionenbetrag abschreiben. Und auch Solon würde ein Ende der Amerikaner treffen.
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HB DÜSSELDORF. Das drohende Aus des US-Solarzellenherstellers SpectraWatt bringt den Solar-Maschinenbauer Roth & Rau in die Bredouille. Die mögliche Pleite ihres Kunden mache voraussichtlich Abschreibungen von 12,5 Millionen Euro nötig, kündigte die sächsische Firma am Dienstag an. Damit seien die Umsatz- und Gewinnziele 2010 nicht mehr zu erreichen.

Aber auch für den Berliner Modulhersteller Solon, der mit 17 Prozent an Spectrawatt beteiligt ist, könnte eine Pleite Folgen haben. Eine Solon-Sprecherin bezifferte das finanzielle Risiko mit 6,5 Millionen Euro. Sie betonte aber, Spectrawatt habe die Suche nach einem neuen Investor noch nicht aufgegeben.

Spectrawatt war 2008 durch Ausgliederung aus dem US-Konzern Intel entstanden. Anteilseigner sind neben Intel Capital und Solon die US-Bank Goldman Sachs und PCG Asset Management. Spectrawatt hatte vergangene Woche angekündigt, sein Werk voraussichtlich im März zu schließen. Spectrawatt-Manager David O'Connor nannte in der US-Zeitung „Poughkeepsie Journal“ als Gründe für das drohende Aus den Geschäftseinbruch infolge der Subventionskürzungen in Deutschland und den harten Winter.

Die Anleger straften Roth & Rau wegen der erneuten Prognosekürzung ab: Mit einem Minus von über neun Prozent auf 12,52 Euro waren die Titel das Schlusslicht im TecDax. Schon im November hatte Roth & Rau wegen Projektverzögerungen und eines stornierten Auftrages in Indien Abschreibungen von über 8,5 Millionen Euro vornehmen und seine Gewinnprognose eindampfen müssen. Bei einem Umsatz von 285 Millionen Euro hatte sich das Management zuletzt einen operativen Gewinn (Ebit) von neun bis 9,5 Millionen Euro zum Ziel gesetzt statt 25 Millionen Euro.

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