Rückfall in Verlustzone erwartet
Mitsubishi hat Probleme in Amerika

Der japanische Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit dramatischen Verlusten. Im ersten Halbjahr steckt der Autobauer bereits tief in den roten Zahlen.

HB TOKIO. Die Nummer vier unter den japanischen Autoherstellern, bei der der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler mit 37 % größter Anteilseigner ist, litt in den sechs Monaten bis September vor allem unter den Kreditausfällen seiner überwiegend jungen Kundschaft in den USA, für die Rückstellungen gebildet werden mussten, wie Mitsubishi Motors am Dienstag mitteilte. Der konsolidierte operative Verlust fiel mit 76,35 Mrd. Yen (rund 615 Mill. €) daher fünf Mal so hoch aus als bisher erwartet. Im vergangenen Jahr hatten noch 23,48 Mrd. Yen Gewinn zu Buche gestanden.

Bereits zum zweiten Mal muss Mitsubishi Motors nun seine Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr 2003/04 nach unten korrigieren. Der von Stuttgart nach Japan entsandte Mitusbishi-Motors-Chef Rolf Eckrodt rechnet nunmehr mit einem operativen Verlust von 45 Mrd. Yen (360 Mill. €). Bisher hatte Mitsubishi Motors noch 60 Mrd. Yen Gewinn in Aussicht gestellt. Auch netto sollen elf Mrd. Yen Verlust zu Buche stehen. Aber selbst an diesen Prognosen üben Analysten Zweifel. Um das zu erreichen, müsste Mitsubishi in der zweiten Jahreshälfte Gewinne schreiben. „Die Zahlen sind ein Desaster. Wir waren geschockt“, sagte CSFB-Analyst Koji Endo.

Eckrodt hatte bereits im Frühjahr die Finanzierungspraxis in den USA gestoppt und die Führung der dafür zuständigen Tochter dort ausgewechselt. Mitsubishi hatte überwiegend junge Käufer in der Unterschicht in den USA mit günstigen Krediten angelockt. In der Konjunkturkrise konnten viele von ihnen nicht mehr zahlen. Dazu kam der tobende Preiskampf auf dem US-Markt, der den Umsatz von Mitsubishi schrumpfen ließ. Auch der Anstieg des Yen lastete auf den Renditen. Auf dem japanischen Markt ließen sich die zwei neuesten Modelle, der Kleinwagen Colt und der Minivan Grandis, schlechter verkaufen als erwartet. Der Absatz stieg zwar um ein Drittel, Analysten hatten aber mit einer Verdoppelung gerechnet.

350 000 Autos mit dem Diamant-Symbol sollen in Japan nun im laufenden Geschäftsjahr verkauft werden, 14 % weniger als noch im Juli gedacht. Weltweit erwartet Mitsubishi einen Absatz von 1,536 Mill. statt wie bisher von 1,618 Mill. Stück.

Die zu Jahresbeginn abgespaltene Nutzfahrzeug-Sparte Fuso, wo DaimlerChrysler mit 43 % größter Anteilseigner ist, schreibt dagegen weiter schwarze Zahlen. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs sei der Umsatz um 26 % gestiegen. Der operartive Gewinn schnellte auf 13,5 Mrd. Yen (rund 108 Mill. €) von zwei Mrd. ein Jahr zuvor nach oben. Damit habe der Lkw-Hersteller sein Ziel für das Gesamtjahr schon erreicht. Mitsubishi Fuso machte für den Anstieg die starke Nachfrage in Japan und eine effizientere Organisation verantwortlich. Die Verkaufszahlen in Japan kletterten auf Grund der Änderung der Abgasvorschriften um 50 %.

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