Rückgang des Flugzeugmarktes erwartet
Kunde lobt Airbus und bestellt Boeing

Der europäische Flugzeugbauer Airbus erwartet in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang des Weltmarktes für Fracht- und Passagierflugzeuge. Unterdessen geht auf der Luftfahrtmesse das Gerangel um die Aufträge weiter. Ein Großkunde lobt Airbus – und bestellt Boeing.

HB FARNBOROUGH. Airbus und sein amerikanischer Konkurrent Boeing könnten 2006 mit insgesamt 1100 bis 1200 Aufträgen rechnen, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch auf der Flugschau im britischen Farnborough. Das wären bis zu 50 Prozent weniger als im Rekordjahr 2005.

Die weltgrößte Flugzeug-Leasingfirma International Lease Finance Corp. (ILFC), einer der wichtigsten Kunden der beiden Hersteller, gab auf der Luftfahrtschau zehn feste Bestellungen für Boeing bekannt. Das Unternehmen will Optionen ausüben, um Maschinen der Typen 737-800, 777-300ER und 787 Dreamliner zu kaufen. Nach Listenpreisen sind die Flugzeuge 1,2 Mrd. Dollar (umgerechnet rund 960 Mill. Euro) wert.

ILFC-Chef Steven Udvar-Hazy lobte die angekündigten Änderungen am geplanten Airbus-Langstreckenmodell A350, das gegen den Boeing 787 Dreamliner antreten soll. Mit den Änderungen am A350 folge Airbus dem, was ILFC dem Hersteller im Frühjahr vorgegeben habe. „Das ist ziemlich genau das, was wir ihnen im März und April gesagt haben“, sagte Udvar-Hazy in Farnborough. „Wir sind zufrieden damit.“ ILFC denke nicht daran, seine 16 Bestellungen für den A350 zu stornieren.

Doch ganz leer muss der europäische Flugriese nicht ausgehen. Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat zur Luftfahrtschau im englischen Farnborough mehrere große Aufträge bekannt gegeben.

Die malaysische Fluglinie Airasia werde 40 Maschinen vom Typ A320 bestellen und sich die Option auf 30 weitere Flugzeuge dieses Typs sichern, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Zu Listenpreisen hätte das Geschäft ein Volumen von 2,7 Mrd. Dollar, umgerechnet 2,15 Mrd. Euro. Üblicherweise bekommen die Besteller bei solchen Orders hohe Rabatte eingeräumt.

Der spanische Reisekonzern Grupo Marsans bestelle zwölf Maschinen vom Typ A330 und zeichne zehn Optionen, teilte Airbus mit. Die weltgrößte Flugzeug-Leasingfirma International Lease Finance Corp. (ILFC) bestellte sechs weitere Jets vom Typ A320.

Airbus Verkaufschef Leahy sagte, er hoffe immer noch darauf, auch der Fluglinie Singapore Airlines den A350 zu verkaufen. Die Fluglinie hatte zunächst als möglicher Kunde für den A350 gegolten, dann aber bis zu 40 Jets von Typ Boeing 787 bestellt. Er habe in der Sache noch nicht aufgegeben, sagte Leahy.

Airbus, eine Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, war im vergangenen Monat in die Krise geraten, als das Unternehmen massive Probleme und Verzögerungen bei der Entwicklung seines neuen Spitzenmodells A380 eingeräumt hatte. Der frühere Airbus-Chef Noel Forgeard wurde als Co-Chef des Mutterkonzerns EADS abgelöst, ebenso Airbus-Chef Gustav Humbert.

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