Rückgang im vergangenen Jahr: Daimler setzt im LKW-Geschäft auf Schwellenländer

Rückgang im vergangenen Jahr
Daimler setzt im LKW-Geschäft auf Schwellenländer

Nach Schwierigkeiten im Jahr 2007 rechnet der weltgrößte LKW-Hersteller Daimler für 2008 mit einem Absatzzuwachs und will künftig auch in Russland Nutzfahrzeuge produzieren. Auf dem europäischen Markt reagiert der Konzern auf „Luxusprobleme“.

HB WÖRTH. Die Daimler -Lastwagensparte hat im vergangenen Jahr vor allem wegen der schwächelnden Märkte in Nordamerika und Japan einen Absatzrückgang verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Verkäufe weltweit um 9,4 Prozent auf 467 700 Fahrzeuge gesunken, sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, am Mittwoch im rheinland-pfälzischen Wörth. In Europa und Lateinamerika gab es dagegen mit 159 900 (plus 12,5 Prozent) einen historischen Absatzrekord.

Für dieses Jahr gibt sich Renschler optimistisch. "Wir haben Chancen für weiteres Wachstum." Im größten Lastwagenwerk des Stuttgarter Konzerns, sagte Renschler: "Die Lage in Europa dürfte anhaltend gut bleiben." In Japan und Nordamerika sei für 2008 mit einer Erholung zu rechnen, nachdem der Absatz in diesen beiden wichtigen Regionen 2007 um bis zu 40 Prozent eingebrochen war. Wegen neuer Abgasvorschriften hatten dort viele Kunden bereits 2006 neue Fahrzeuge angeschafft. Die nächste Novelle der Emissionsvorschriften steht in Nordamerika 2010 an. Weltweit lieferte der Weltmarktführer im abgelaufenen Jahr mit 467 700 LKW der Marken Mercedes -Benz, Freightliner, Sterling, Western Star und Mitsubishi Fuso insgesamt 9,4 Prozent weniger aus als im Rekordjahr 2006.

Zunehmend ins Blickfeld rücken bei Daimler die Schwellenländer Russland und Indien, wo das rasante Wirtschaftswachstum für eine kräftige Nachfrage nach LKW sorgt. In Kürze werde über den Bau eines Montagewerks in Russland entschieden, sagte Renschler. Nach Vorlage aller Genehmigungen könne die Montage der in Bausätzen angelieferten LKW dann eineinhalb bis zwei Jahre später starten. Bislang liefert Daimler komplette LKW von Deutschland und der Türkei aus nach Russland. Auch im Geschäft mit gebrauchten LKW sieht der Lkw-Bauer in dem Land noch großes Potenzial.

In Indien verfolgt Daimler einen anderen Weg. Gemeinsam mit der indischen Hero -Gruppe will der Stuttgarter Konzern vor Ort preisgünstige LKW bauen und seine Fahrzeugpalette dort in einer abgespeckten Version anbieten. Marktüblich seien in Indien Nutzfahrzeuge mit einem Preis von 25 000 Dollar, der durchschnittliche Verkaufspreis eines Daimler -Trucks liegt derzeit hingegen bei rund 120 000 Dollar. Der indische Markt werde in den nächsten Jahren mit sieben Prozent voraussichtlich fast doppelt so schnell wachsen wie die weltweite Nachfrage nach LKW, sagte Renschler voraus.

Auf dem europäischen Markt plagen Daimler "Luxusprobleme", wie der Chef von Mercedes -Benz LKW, Hubertus Troska, sagte. Die Lieferzeiten betrügen wegen vollausgelasteter Kapazitäten derzeit bis zu sieben Monate. "Wir kommen mit der Produktion nicht nach", sagte Troska. Mit einer aufgestockten Belegschaft im Stammwerk Wörth und an weiteren Standorten könnten im laufenden Jahr trotz einer längeren Betriebsstörung über den Jahreswechsel voraussichtlich mehr LKW gebaut werden als 2006. Das Werk fertigte im vergangenen Jahr 106 000 Lkw und ist damit der weltgrößte Produktionsstandort für Nutzfahrzeuge.

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