Rückruf-Aktion

VW erleidet schweren Rückschlag in USA

VW erleidet in den USA einen empfindlichen Rückschlag. Der Konzern muss knapp 170.000 Autos zurückrufen. Und das gerade jetzt – wo die Kunden dort doch endlich von der VW-Qualität überzeugt werden sollten.
Update: 07.10.2011 - 16:48 Uhr 12 Kommentare
Der neue Volkswagen Passat in der US-Version. Quelle: dapd

Der neue Volkswagen Passat in der US-Version.

(Foto: dapd)

DüsseldorfVolkswagen steht vor einem Rückruf von knapp 170.000 Autos in den USA. Grund dafür ist ein Problem mit der Einspritzanlage von Modellen mit 2,0-Liter-TDI-Dieselmotoren. Motorvibrationen führen laut der National Highway Traffic Safety Administration zu Lecks in der Kraftstoffzuleitung der Einspritzpumpe führen können. Als mögliche Folge kann theoretisch Sprit austreten und für Brandgefahr sorgen.

Betroffen sind 161.000 Fahrzeuge vom Typ Golf und Jetta ab dem Baujahr 2009 sowie weitere 7100 Audi A3. Laut eines Berichts der Zeitung "Detroit News" könnte rund jedes fünfte zurückgerufene Auto diesen Defekt aufweisen, der möglicherweise auf einen Produktionsfehler bei einem Zulieferer zurückzuführen ist.

Im Laufe des Novembers sollen betroffene US-Kunden benachrichtigt, das Bauteile kostenlos ersetzt und mit zusätzlichen Dämpfern versehen werden. Laut VW sind in Deutschland keine Probleme mit dem baugleichen Dieselaggregat bekannt.

Das Problem trifft VW zur Unzeit. Denn in den USA gelten die Autos des Konzerns bei weitem nicht als so zuverlässig wie hierzulande. Im Frühjahr hatte VW-Chef Martin Winterkorn in den USA zur großen Offensive geblasen.

1,5 Milliarden Euro investierten die Wolfsburger in den letzten Jahren, um in Nordamerika künftig wettbewerbsfähige Autos zu produzieren. Im Mai gab Winterkorn den Startschuss für das Kernprojekt, ein neues Autowerk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee. Eine Milliarde Dollar, rund 700 Millionen Euro, kostet allein dieses Werk. "Wir glauben an Amerika als eine der führenden Autonationen der Welt", sagte Winterkorn damals.

Ausgerechnet bei Diesel-Motoren!
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12 Kommentare zu "Rückruf-Aktion: VWs Image in den USA erleidet schweren Rückschlag"

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  • So lange sich VW, Audi usw. mit gekauften Tests bei AMS, Auto-Zeitung (Audi-Zeitung), usw. mit Begriffen wie "Qualitätsanmutung" usw. optimierten Fahrzeugen, usw. die Testsiege erkauft, gibt es in Deutschland immer noch viele Leute, die von der Zuverlässigkeit überzeugt sind, allerdings nur, wenn sie nicht selbst ein solches Fahrzeug fahren dürfen, (Audi A 6) und mehr Zeit in der Werkstatt verbringen, als auf die Kuhhaut geht.

  • ...schon mal in einem Lexus gesessen? -Das ist letzten Endes auch "nur" ein Toyota, zugegebenermaßen im höheren Preissegment angesiedelt, aber VW um Längen voraus...
    Gruß, Motus

  • @VW_Bus_Fahrer
    Das ist es was ich meinte. Mag sein, dass mein Passat kaum in der Pannenstatistik auftaucht. Jede Menge Werkstattaufenthalte habe ich auch ohne Panne. Alle Mängel kursieren durch diverse Internetforen. Die Meister in den Werkstätten tun so, als wäre der Fehler zum 1.Mal bei jemandem aufgetreten. Und dann wird kräftig abkassiert. Bei meinem V6 Passat läuft zur Zeit eine "inoffizielle" Rückrufaktion wegen defekter Zündspulen. Schriftlich macht VW das nicht. Man wird von der Werkstatt angesprochen. Momentan öffnet sich das Schiebedach während der Fahrt selbstständig in Kippstellung. Die Werkstatt hat davon noch nie gehört. Die haben wohl auch kein Internet. Ich muss nächstes Mal auch wieder zu BMW wechseln. Wenn schon ein teures Auto, dann auch Qualität. Wenn ich VW-Qualität haben will, kann ich gleich FIAT fahren. Ist dafür aber um einiges günstiger.

  • VW und Qualität?? Dann fragen Sie mal T5 (VW-Bus)-Fahrer der Jahre 2003 bis 2007. Oder schauen Sie in Internetforen mit dem Stichwort "Mängelliste T5". Was für eine Frechheit für 50.000,- Euro den Testfahrer für VW zu spielen. Und dann noch Ersatzmotoren oder -getriebe zu bekommen, die bald schon wieder defekt sind. Meine Erfahrung: VW? Nein danke! Auch in Deutschland.

  • VW im gleichen Atemzug zu nenen wie BMW zeugt nicht von hohem Sachverstand. Das ist schon richtig VW wird von der Presse in den Himmel gehoben, ich bin über die Qualität meines Golf 4 erschrocken, es ist ne billige Karre. Wer Qualität haben will kauft seit Jahren nur BMW, da reicht weder Benz noch Audi ran.

  • Okay solche Montagsautos soll es wohl geben...

    Ich habe selbst nur die genenteiligen Erfahrungen gemacht. Ich fahre seit 15 Jahren Audi, und nach unzähligen Kilometern noch nie größere Probleme gehabt...
    Und wenn ich z.B. in einen Kia sitze vergeht mir der Fahrspaß sofort.
    Ich vertraue auf die Tests und glaube trotzdem dass deutsche Autos in der Regel eine gute Wahl sind - auch für den Preis.

  • Das Verständnis von Qualität ist in den USA ein völlig anderes als in Deutschland. Während in Deutschland der Kunde auf Spaltmasse, Haptik und das Zuziehgeräusch der Türen achtet, ist dem Amerikaner wichtig wie zuverlässig ihn das Auto im Verlauf der Jahre von A nach B bringt ohne zusätzliche Reparaturkosten zu verursachen. Weder in den US-amerikanischen noch in den deutschen Pannenstatistiken sind Produkte aus dem Hause VW auf den vorderen Plätzen zu finden.

    Volkswagens Marktanteil in den USA liegt bei 3%, denn man hat weder das richtige Produktportfolio noch ein klares Markenimage. Mit der Einführung des neuen Jetta und des neuen Passat ist ein Anfang gemacht. Was fehlt sind preislich wettwerbsfähige Geländewagen und Minivans. Schnellstens muss auch das Hybridangebot erweitert werden. Es gibt also noch viel zu tun.

  • Genau das habe ich auch gedacht. Das war aber ein riesiger Trugschluss. Nach 4 Jahren nur Kosten, Zeit in der Werkstatt und masslose Enttäuschung über ein total überteuertes deutsches Qualitätsprodukt. Mechatronic, komplette Zündanlage, Turbolader, Fensterheber, 60.000-Inspektion EURO 801,71 usw. Ich bin bedient ......

  • Fakt ist, VW-Fahrzeuge sind auch hier zu Lande nicht sonderlich zuverlässig. Nur - die Markting schmiert die Fachpresse besser.

  • Wer hat wohl den größten Nutzen bei dieser Aktion ?Richtig ,
    der amerikanische Automarkt .Und genau dieser steckt hinter
    der Aktion.Ist doch profitabel , den stärksten Konkurenten
    auf diese Weise zu diffamieren .Die Japaner können ein Lied
    davon singen.Auch da gab es "riesige Probleme mit Toyota,bis
    sich rausstellte daß da doch nichts war !

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