Rückruf-Skandal
GM zahlt 1,8 Milliarden Dollar

Der Skandal kommt GM immer teurer zu stehen: Wegen einer verpatzten Rückruf-Aktion zahlte der US-Autobauer bereits 1,8 Milliarden Dollar an Entschädigungen. Weitere 1,2 Milliarden Dollar sind zurückgelegt.
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DetroitIm Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) vergangenes Jahr Entschädigungen in Höhe von gut 1,8 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) ausbezahlt. Weitere 1,2 Milliarden Dollar seien für Zahlungen an Opfer und deren Angehörige in diesem Jahr zurückgelegt worden, teilte GM am Mittwoch mit.

Der Konzern hatte vergangenen Monat mehr als 40 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Defekt eingeräumt, nachdem er anfänglich nur 13 Todesfälle anerkannt hatte.

Der Entschädigungsfonds wird von dem Staranwalt Kenneth Feinberg verwaltet. Mitte Dezember hatte Feinberg mitgeteilt, dass seit August mehr als 2300 Forderungen eingegangen seien. GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Die Frist für Antragsteller läuft Ende Januar ab.

General Motors musste Anfang des vergangenen Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert.

Über 30 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen

Als Reaktion auf die Affäre veranlasste die vor einem Jahr angetretene Konzernchefin Mary Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Jahresbeginn 2014 weltweit mehr als 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.

Trotz der massenhaften Rückrufe zog Barra am Mittwoch ein positives Fazit des GM-Geschäfts im vergangenen Jahr. Der größte Autobauer der USA konnte im zurückliegenden Jahr 2,94 Millionen Autos und Kleinlaster auf seinem Heimatmarkt verkaufen, ein Plus von 5,3 Prozent. In China habe der Konzern einen Rekordabsatz von 3,5 Millionen Autos verzeichnet, hieß es. Im schwierigen Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall habe GM das zweite Jahr in Folge Marktanteile dazugewonnen. Genaue Zahlen lagen hier noch nicht vor.

„Wir werden auf diesem Schwung 2015 aufbauen“, erklärte Barra am Rande der Automobilmesse in Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Der Konzern erwartet für dieses Jahr nach eigenen Angaben einen Gewinnanstieg und Wachstum in den USA, in China und in Europa.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • GM als Firma zahlt also ca. 3 Mill.. Diese Summe wird also den Mitarbeitern vorenthalten, nur weil die Manager vorsätzlich versagten. Was zahlen die Manager persönlich? Wieviel könnte man den Mitarbeiter mehr zahlen wenn die Manager die Firma nicht geschädigt hätten??

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