Rückruf-Skandal GM zahlt 1,8 Milliarden Dollar

Der Skandal kommt GM immer teurer zu stehen: Wegen einer verpatzten Rückruf-Aktion zahlte der US-Autobauer bereits 1,8 Milliarden Dollar an Entschädigungen. Weitere 1,2 Milliarden Dollar sind zurückgelegt.
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Mary Barra, seit Januar 2014 GM-Chefin, muss nach wie vor die Folgen eine Rückruf-Desasters bewältigen. Quelle: ap

Mary Barra, seit Januar 2014 GM-Chefin, muss nach wie vor die Folgen eine Rückruf-Desasters bewältigen.

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DetroitIm Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) vergangenes Jahr Entschädigungen in Höhe von gut 1,8 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) ausbezahlt. Weitere 1,2 Milliarden Dollar seien für Zahlungen an Opfer und deren Angehörige in diesem Jahr zurückgelegt worden, teilte GM am Mittwoch mit.

Der Konzern hatte vergangenen Monat mehr als 40 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Defekt eingeräumt, nachdem er anfänglich nur 13 Todesfälle anerkannt hatte.

Der Entschädigungsfonds wird von dem Staranwalt Kenneth Feinberg verwaltet. Mitte Dezember hatte Feinberg mitgeteilt, dass seit August mehr als 2300 Forderungen eingegangen seien. GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte fließen je 300.000 Dollar. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Die Frist für Antragsteller läuft Ende Januar ab.

General Motors musste Anfang des vergangenen Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert.

Über 30 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen

Was die Hersteller pro Auto verdienen – oder verlieren
Sportlich und erfolgreich
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Ford (Europa) – minus 891 Euro

Der US-Autobauer Ford hat in seinem Europageschäft (im Bild der Ford Fiesta ST) mit hohen Verlusten zu kämpfen. Pro verkauftem Neuwagen aus Europa machte Ford im Gesamtjahr 2013 einen Verlust von 891 Euro – so viel wie kein anderer Massenhersteller. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei minus 5,8 Prozent.

Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Professor Ferdinand Dudenhöffer hat untersucht, wie profitabel die Automobilkonzerne sind. Berechnet wurden dabei die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die reine Automobilsparte. Zulieferaktivitäten oder andere Geschäftsfelder wie Motorräder, Bank- und Immobiliengeschäfte blieben dabei unberücksichtigt.

Produktion Opel Adam
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GM Europa (Opel, Vauxhall) – minus 607 Euro

In seinem Europageschäft hat General Motors (GM) nach wie vor Probleme: Doch die Marken Opel (im Bild der Adam) und Vauxhall laufen trotz roter Zahlen wieder deutlich besser. Im Gesamtjahr fällt das Minus mit 607 Euro allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr (1.341 Euro). Die Ebit-Marge pro Fahrzeug liegt bei minus 4,2 Prozent.

A customer walks past a Peugeot car at a dealership in Marseille
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Peugeot-Citroën (PSA) – minus 370 Euro

Erstmals in 118 Jahren Unternehmensgeschichte hat die Familie Peugeot ihre Macht abgegeben. Neuer Partner der Franzosen: der chinesische Autoriese Dongfeng. Eindämmen konnte auch Peugeot-Citroën seinen Verlust pro verkauftem Fahrzeug. Nach 510 Euro im vergangenen Jahr beträgt das Minus nun 370 Euro. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,9 Prozent.

82nd Geneva International Motor Show
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Seat – minus 331 Euro

Die VW-Tochter dämmt ihren Verlust pro verkauftem Auto ebenfalls ein. Im Jahr 2013 beträgt das Minus bei Seat (im Bild der Ibiza SC) noch 331 Euro – nach durchschnittlich 364 Euro in 2012. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,4 Prozent.

An employee inspects a Renault Clio 3 at the Renault automobile factory in Flins
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Renault – minus 283 Euro

Die Franzosen machen mit jedem verkauftem Auto durchschnittlich 283 Euro Verlust. Doch runderneuerte Massenmodelle wie der Clio (im Bild) oder der Twingo sollen auch die Franzosen wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Im Jahr 2012 lag die Ebit-Marge noch bei minus 1,9 Prozent.

A model poses beside a Fiat 500 GQ displayed on the company's booth during the first media day of the Geneva Auto Show at the Palexpo in Geneva
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Fiat – minus 224 Euro

Die Italiener leiden besonders unter der schwachen Nachfrage in Europa, die durchschnittlichen Verluste pro Fahrzeug legen weiter zu auf 224 Euro (2012: 77 Euro). Die Ebit-Marge liegt bei minus 1,5 Prozent. Rechnet man die Zuliefersparte und Ferrari-Maserati mit ein, kann Fiat (im Bild der Fiat 500 GQ) im Gesamtjahr aber ein positives Ergebnis erzielen.

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Skoda – plus 567 Euro

Kein Autohersteller hat in absoluten Zahlen so viel Profit pro Auto eingebüßt wie die osteuropäische VW-Tochter. Mit einem Gewinn von durchschnittlich 567 Euro pro verkauftem Wagen landen Skoda aber immer noch locker in den schwarzen Zahlen. Die Ebit-Marge von Skoda (im Bild der Skoda Octavia) ist mit 5,1 Prozent sehr ordentlich.

Als Reaktion auf die Affäre veranlasste die vor einem Jahr angetretene Konzernchefin Mary Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Jahresbeginn 2014 weltweit mehr als 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.

Trotz der massenhaften Rückrufe zog Barra am Mittwoch ein positives Fazit des GM-Geschäfts im vergangenen Jahr. Der größte Autobauer der USA konnte im zurückliegenden Jahr 2,94 Millionen Autos und Kleinlaster auf seinem Heimatmarkt verkaufen, ein Plus von 5,3 Prozent. In China habe der Konzern einen Rekordabsatz von 3,5 Millionen Autos verzeichnet, hieß es. Im schwierigen Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall habe GM das zweite Jahr in Folge Marktanteile dazugewonnen. Genaue Zahlen lagen hier noch nicht vor.

„Wir werden auf diesem Schwung 2015 aufbauen“, erklärte Barra am Rande der Automobilmesse in Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Der Konzern erwartet für dieses Jahr nach eigenen Angaben einen Gewinnanstieg und Wachstum in den USA, in China und in Europa.

  • afp
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1 Kommentar zu "Rückruf-Skandal: GM zahlt 1,8 Milliarden Dollar"

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  • GM als Firma zahlt also ca. 3 Mill.. Diese Summe wird also den Mitarbeitern vorenthalten, nur weil die Manager vorsätzlich versagten. Was zahlen die Manager persönlich? Wieviel könnte man den Mitarbeiter mehr zahlen wenn die Manager die Firma nicht geschädigt hätten??

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