Rückrufaktion
Kurzschlussgefahr bei GM

Die Autobauer bekommen ihre Qualitätsprobleme nicht in den Griff. Nun muss General Motors rund 250.000 Fahrzeuge wegen einer möglichen Feuergefahr überprüfen. Das Vertrauen der US-Verbraucher schwindet.
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DetroitIn den USA grassiert wieder eine breite Rückrufwelle. Nun muss der Autobauer General Motors eine Viertel Million Geländewagen wegen möglicher Feuergefahr in die Werkstätten rufen. Bei gut 249.000 Mittelklasse-SUV der Marken Chevrolet, GMC, Buick Rainier, Saab und Isuzu könne durch es undichte Fahrertüren zu Kurzschlüssen in der Stromversorgung kommen, teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) am Montag mit. Ein Kurzschluss könne Türöffner und Fensterheber blockieren und zu Überhitzung und Bränden führen. Von dem Rückruf seien Fahrzeuge der Baujahre 2006 und 2007 betroffen.

Erst vor wenigen Tagen hatte schon der japanische Autobauer Nissan wegen defekter Airbags eine Warnung ausgeben müssen. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte am Freitag mitgeteilt, dass Nissan bei rund 100.000 in den Vereinigten Staaten verkauften Kompaktwagen des Modells Versa einen Kabeldefekt in der Lenksäule entdeckt habe. Durch ein eingequetschtes Kabel öffne sich der Airbag bei einem Unfall möglicherweise nicht. Es sei eine Untersuchung der Autos des Modelljahres 2012 eingeleitet worden, ein Rückruf der Pkw könne die Folge sein. Von Autokäufern seien bisher aber keine Beschwerden eingegangen.

Auch die deutschen Autobauer sind immer wieder von Rückrufaktionen betroffen. Daimler hatte zuletzt erneut Probleme mit seinen Geländewagen gemeldet: Wegen möglicher Probleme mit dem Beifahrer-Airbag sollen Fahrer ihre Mercedes-Benz G-Klasse in die Werkstätten bringen. Bei mehr als 300 in Deutschland und China ausgelieferten Modellen des Geländewagens könne sich im Zuge eines Zusammenstoßes nach der Aktivierung des Airbags eine Blechleiste lösen und den Beifahrer möglicherweise verletzen, sagte ein Sprecher von Mercedes-Benz am Mittwoch in Stuttgart. Von dem Rückruf betroffen seien Autos, die zwischen September 2010 und April 2011 vom Band gerollt sind.

Die gut 85.000 Euro teuren Neuwagen der G-Klasse werden vom Auftragsfertiger Magna im österreichischen Graz gebaut. Die G-Klasse gilt als Vorbild für viele Geländewagen von Mercedes-Benz, ist aber ein Nischenmodell: Seit der Markteinführung im Jahr 1979 wurden rund 220.000 Fahrzeuge verkauft, größter Absatzmarkt ist Deutschland.
Mercedes-Benz hatte bereits Probleme mit Fußmatten im Geländewagen ML in Deutschland und den USA eingeräumt. Da sich die Matten und das Gaspedal verklemmen könnten, rief der Autohersteller knapp 11.000 der als Zubehör verkauften Fußmatten zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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