Rückrufaktion
Made in China kostet Mattel Geld und Image

Mattel hat seine Rückrufaktion von mutmaßlich gefährlichem Kinderspielzeug drastisch ausgeweitet: Nachdem es zuerst nur 1,5 Millionen Produkte waren, sollen nun fast 19 Millionen einzelne Spielwaren aus den Kinderzimmern dieser Welt verschwinden. Betroffen ist nun auch ein traditioneller Blockbuster des Unternehmens.

HB EL SEGUNDO. Die US-Verbraucherschutzbehörde und Mattel gaben den Rückruf am Dienstag bekannt. Käufer könnten die betroffenen Spielzeuge oder Spielzeugteile kostenfrei zurückschicken.

Es handele sich zum einen um 436 000 Spielzeugautos der Pixar-Serie (Cars-„Sarge“), deren Farbe einen zu hohen Bleigehalt aufweise. Der Auftragsfertiger dieser Autos habe einen Subunternehmer zum Bemalen der Ware verpflichtet, der absprachewidrig fremde Farbe verwendet habe statt der Farbe, die ihm dafür zur Verfügung gestellt worden sei.

Mattel erklärte weiter, zum anderen würden 18,2 Millionen Spielzeuge verschiedener Serien zurückgerufen, die kleine Magnete enthielten. Diese starken Magnete könnten von Kindern verschluckt, eingeatmet oder in Ohren und Nase gesteckt werden, was schwere Verletzungen auslösen könnte. Dieser Rückruf stelle eine Erweiterung eines früheren Rückrufs aus dem November dar. Betroffen seien die Produktserien Barbie, Polly Pocket und Doggie Day Care. Glück für die Mädchen dieser Welt: Barbie selber muss nicht zurück zu Mattel, sondern nur eine kleine Schaufelstab aus dem Spielset „J9 472 - Barbie & Hund Tanner“. Das Set wurde 683 000 Mal verkauft.

Alle Produkte wurden nach Informationen des „Wall Street Journal“ von chinesischen Auftragsherstellern gefertigt. Schon Anfang August hatte Mattel Spielzeuge der Marke Fisher-Price wegen bleihaltiger Farbe zurückgerufen. Der Chef des chinesischen Lieferanten hat inzwischen Selbstmord begangen, in den USA sind erste Klagen eingereicht worden.

Die Börse nahm die Nachricht negativ auf: Mattel-Aktien verloren nach kurz nach dem New Yorker Börsenbeginn mehr als 3,6 Prozent auf rund 22,71 Dollar.

Parallel zu der erneuten Rückrufaktion startete Mattel am Dienstag eine Anzeigenkampagne in mehreren US-Zeitungen, in denen der Konzern um das Vertrauen der Eltern warb. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen El Segundo beschäftigt über 30 000 Menschen in 43 Ländern.





»  Ausführliche Informationen auf der deutschen Mattel-Seite





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