Rückrufe USA
Toyota zahlt die Höchststrafe

2010 wird Toyota aus mehreren Gründen nicht in allerbester Erinnerung bleiben. Das Jahr war vor allem von großen Rückrufaktionen geprägt. Die haben nicht nur das Image belastet, sondern auch den Geldbeutel. Nun muss der Autobauer eine weitere Millionenstrafe zahlen.
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HB WASHINGTON. Toyota erklärte sich bereit, für sein Verhalten in den USA die höchstmögliche Strafe von 32,4 Millionen Dollar zu bezahlen - die Behörden werfen Toyota vor, entscheidende Defekte lange verheimlicht zu haben. Diese Übereinkunft sei mit der US-Verkehrsaufsicht NHTSA getroffen worden, teilte Toyota am Montag mit. Ein Schuldeingeständnis sei dies aber nicht.

US-Verkehrsminister Ray LaHood begrüßte die Einigung. Er setze für die Zukunft auf eine enge Kooperation mit Toyota, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

Die Aufsicht hatte dem Autobauer vorgeworfen, Beschleunigungs- und Lenkprobleme bei einigen seiner Modelle nicht rechtzeitig und in nur unzureichendem Maße gemeldet zu haben. Toyota musste allein in den USA insgesamt elf Millionen Fahrzeuge wegen verschiedener Probleme zurückrufen. Deswegen gerieten die Japaner wie kaum ein Unternehmen zuvor auch ins Visier der US-Regierung. Ingesamt wurden von US-Behörden gegen Toyota damit drei Strafen im Volumen von zusammen fast 50 Millionen Dollar verhängt. Die Behörden hatten die Defekte mit vielen Verkehrsunfällen mit Toyota-Fahrzeugen in Verbindung gebracht. Dutzende Menschen wurden getötet.

Die massiven Rückrufe und Probleme, die nur scheibchenweise ans Licht kamen, haben den Ruf Toyotas als Hersteller qualitativ einwandfreier Autos stark beschädigt. Experten sagten, es sei gut, dass Toyota das Thema nun endlich ad acta legen könne. Der Konzern müsse sich aber rasch auf die Reparatur des Imageschadens in den USA kümmern - trotz der Einigung mit den Behörden werde dies wohl Jahre dauern.

Toyota ging am Dienstag gleich in die Offensive: Für 2011 rechnet der Autobauer mit einem weltweiten Absatzplus im Konzern von drei Prozent auf 8,61 Millionen Fahrzeuge. Wachstumstreiber soll ausgerechnet der US-Markt werden mit einem Plus von neun Prozent. 2010 war für Toyota dort ein glanzloses Jahr mit einem mageren Absatzplus von 0,2 Prozent. Der US-Markt legte indes insgesamt um mehr als elf Prozent zu.

Toyota-Aktien beendeten den Handel in Tokio 0,6 Prozent fester. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 15 Prozent verloren, während der Gesamtmarkt kaum verändert liegt.

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