Rückrufskandal
GM steht wegen tödlicher Pannenserie unter Druck

Die Ingenieure von GM sollen mehrmals die Behebung eines Zündschlossdefekts verworfen haben. Dokumente weisen diesen Defekt als Ursache für eine tödliche Pannenserie aus. Der Kongress leitet nun Untersuchungen ein.
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WashingtonDie Opel-Mutter General Motors gerät wegen des Rückrufskandals immer stärker unter Druck. Ingenieure des größten US-Autobauers sollen in den vergangenen Jahren mehrmals Möglichkeiten für die Beseitigung eines Zündschlossdefekts verworfen haben, der als Ursache einer tödlichen Pannenserie gilt, wie aus Dokumenten hervorgeht, die am Freitag von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss veröffentlich wurden. Den GM-Mitarbeitern seien die ernsten Probleme sehr wohl bewusst gewesen. Dennoch hätten sie sich gegen eine Reparatur oder einen Austausch der Zündschlösser entschieden. Dies sei mit dem Verweis auf betriebswirtschaftliche Argumente geschehen.

Der Vorsitzende des für die Untersuchung zuständigen Handelsausschusses im Repräsentantenhaus, Fred Upton, sagte, die internen Dokumente von GM, des Zündschloss-Herstellers Delphi und der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA belegten „Fehler im System“. Andere Abgeordnete warfen zuletzt die Frage auf, ob sich GM strafbar gemacht habe.

Der Kongress untersucht, warum GM mit dem Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen bis 2014 wartete, obwohl die Probleme mit den Zündschlössern seit mehr als zehn Jahren bekannt waren. Der Defekt soll zu mindestens 13 Todesfällen geführt haben. Weil die Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, kann der Motor ausgehen und sich Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. GM droht eine Klagewelle und ein Vertrauensverlust. Für die Reparatur rechnet der Konzern zudem mit Sonderkosten im ersten Quartal von 1,3 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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