Rückschlag bei Hoffnungsträger
US-Behörde bremst Medigene aus

Einen Rückschlag hat das Biotechnologie-Unternehmen Medigene bei seinem größten Hoffnungsträger erlitten. Damit ist auch ein ausgeglichenes Jahresergebnis kaum noch erreichbar.

HB FRANKFURT. Weil die US-Gesundheitsbehörde FDA den Zulassungsantrag für die Genitalwarzensalbe Polyphenon länger prüfe, rechne Medigene mit einer späteren Zulassung in den USA als ursprünglich geplant, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Statt eines ausgeglichen Ergebnisses im laufenden Jahr erwarte Medigene nun einen Verlust von zehn bis 15 Mill. Euro. Anleger trennten sich panikartig von der Medigene-Aktie, die um um 15 Prozent einbrach.

Die FDA verlängerte die Frist zur Prüfung des Zulassungsantrages für Polyphenon um 90 Tage bis zum 31. Oktober 2006. Die Behörde habe die Auswertung von Dokumenten, die sie von Medigene erhalten habe, noch nicht abgeschlossen, hieß es. „Wir arbeiten eng mit der FDA zusammen, um eine zügige Bearbeitung des Zulassungsantrags zu unterstützen. Die Verlängerung der Prüfungsfrist hat keinen Einfluss auf die Erfolgsausicht der Polyphenon-Salbe“, erklärte Medigene-Vorstandschef Peter Heinrich. Die verlängerte Prüfung verringere jedoch die Wahrscheinlichkeit, die formale Zulassung wie ursprünglich erwartet noch bis Jahresende zu erhalten. Medigene rechnet daher nun mit der Zulassung und Markteinführung der Genitalwarzensalbe, der das Unternehmen jährliche Spitzenumsätze von 100 Mill. Euro zutraut, erst im kommenden Jahr.

Bei der Marktzulassung hätte Medigene von seinem US-Vermarktungspartner Bradley Pharmaceuticals eine Meilensteinzahlung erhalten, die in der bisherigen Umsatzplanung für 2006 enthalten war. Medigene erwartet nun einen Umsatz von 20 bis 25 Mill. Euro, nachdem zuvor 30 Mill. Euro in Aussicht gestellt worden waren.

Medigene entwickelt neben Polyphenon derzeit verschiedene Medikamentenkandidaten, darunter das Krebsmittel Endotag sowie zwei Stämme von Herpes-Simplex-Viren, die sich gezielt in Tumorzellen vermehren und dadurch den Tumor zerstören sollen. Mit Eligard, einem Mittel gegen Prostatakrebs, hat das in Martinsried bei München ansässige Unternehmen bereits ein Medikament auf dem Markt. Im ersten Quartal 2006 hatte Medigene erstmals unter dem Strich schwarze Zahlen ausgewiesen.

Die Medigene-Aktien notierten im Handelsverlauf noch mehr als elf Prozent im Minus bei 5,60 Euro und waren damit der einzige Verlierer im Technologieindex TecDax.

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