Rückschlag für Erbitux
Krebsmittel von Merck versagt in Europa-Studie

Das Krebsmittel Erbitux bringt keine Vorteile für die Patienten, so das Ergebnis einer Studie. Für den Hersteller Merck ist das ein herber Rückschlag. Auf die schlechte Nachricht folgte auch eine Reaktion an der Börse.
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FrankfurtDer Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat mit seinem wichtigen Krebsmedikament Erbitux einen Rückschlag erlitten. In einer europaweiten klinischen Darmkrebs-Studie habe das Medikament keine Verbesserung bei den Patienten bewirkt, teilte Merck am Mittwoch in Darmstadt mit.

In dem Test wurde der Nutzen von Erbitux in der ergänzenden Behandlung von Darmkrebs nach vollständiger Entfernung des Haupttumors geprüft. Patienten mit Tumoren des Genprofils KRAS-Wildtyp konnten Merck zufolge bei Behandlung mit Erbitux plus Chemotherapie nicht länger krankheitsfrei überleben als Patienten, die nur die Chemotherapie erhielten. Damit brachte Erbitux zusätzlich zu einer Chemotherapie keine Vorteile für die Patienten.

Die Börse reagierte negativ auf die Nachricht: Die Merck-Aktie lag danach zeitweise 2,5 Prozent im Minus.

Die Studie mit dem Namen PETACC-81 war ein Test der späten klinischen Phase. An dem Test nahmen 2.559 Darmkrebspatienten aus Europa teil. Darunter waren 1.602 Patienten, deren Tumor dem Profil KRAS-Wildtyp entspricht. Bei allen Patienten war der Tumor operativ vollständig entfernt worden. Ziel der ergänzenden Behandlung war es, alle noch im Köper befindlichen Krebszellen vollständig zu zerstören.

Mit dem Scheitern des Tests schwinden für Merck die Chancen, dass Medikament auch für den Einsatz in diesem weiteren Therapiefeld auf den Markt zu bringen. Erbitux ist das zweitumsatzstärkste Präparat des Konzerns. Merck steigerte mit der Arznei 2011 die Erlöse um 4,3 Prozent auf 855 Millionen Euro. Zur Behandlung von Darmkrebs ist das Mittel schon länger zugelassen, inzwischen in 90 Ländern. Darüber hinaus ist Erbitux in 88 Ländern als Arznei zur Bekämpfung von Kopf- und Halskrebs genehmigt.

Darmkrebs ist mit geschätzten mehr als 1,2 Millionen Erkrankten weltweit die vierthäufigste Krebsart. Allein in Europa gibt es pro Jahr etwa 432.000 Neuerkrankungen, etwa 212.000 Patienten sterben jedes Jahr daran.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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