Rückschlag für Italiener
Fiat muss Expansion alleine stemmen

Die Kooperation des italienischen Autobauers Fiat mit dem chinesischen Hersteller Chery ist vorerst auf Eis gelegt.

MAILAND. Die geplante Zusammenarbeit des chinesischen Autoherstellers Chery mit dem italienischen Fiat-Konzern liegt auf Eis. Die gemeinsame Produktion von Fahrzeugen werde nicht mehr in diesem Jahr erfolgen, teilte das chinesische Unternehmen gestern mit. Chery begründete den Schritt mit den veränderten Marktbedingungen. „Ausländische Autobauer sind von der Finanzkrise betroffen und jede zusätzliche Investition wird in einer Zeit wie dieser schwierig für sie werden“, sagte der Chairman des chinesischen Unternehmens, Yin Tongyao.

Fiat wollte sich gestern nicht äußern. Allerdings hatte der Vorstandsvorsitzende Sergio Marchionne im Dezember in einem Interview angekündigt, dass er einzelne Projekte in Märkten, die sich schlecht entwickelten, bremsen wolle.

„Die Entscheidung zeigt, dass Fiat derzeit alle Investitionen auf Eis legt, die nicht unbedingt notwendig sind“, sagte Analyst Jens Schattner von Sal. Oppenheim. „Die Kooperation in China ist zu diesem Zeitpunkt nicht relevant, jetzt geht es für Autohersteller darum, ihr Cash zusammenzuhalten und zu überleben.“ Die Fiat-Aktie legte gestern deutlich zu.

Das Ziel des Turiner Traditionskonzerns, einen Fuß auf den chinesischen Markt zu bekommen, rückt mit der jüngsten Entscheidung jedoch in weite Ferne. Erst 2007 hatte sich Fiat aus dem verlustreichen Gemeinschaftsunternehmen Nanjing Automobile zurückgezogen, nachdem der größte chinesische Autohersteller SAIC den heimischen Konkurrenten übernahm.

Daraufhin sollte die Kooperation mit Chery den Eintritt auf den Riesenmarkt Chinas ermöglichen. Nach mehrjährigen und schwierigen Verhandlungen hatten die beiden Unternehmen im Sommer 2007 ihr Gemeinschaftsprojekt bekanntgegeben. Danach wollten die beiden Unternehmen gemeinsam jährlich 175 000 Autos der Marken Fiat, Alfa Romeo und Chery in China bauen.

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