Rückschlag für US-Konzern Merck & Co
Erste Sammelklage im Fall Vioxx gebilligt

In der juristischen Auseinandersetzung um das Schmerzmedikament Vioxx musste der US-Konzern Merck & Co in den vergangenen Tagen zwei weitere Rückschläge einstecken. Ein Gericht im US-Bundesstaat New Jersey hat erstmals eine Sammelklage gegen den Pharmakonzern zugelassen.

shf/wsje HB FRANKFURT/M. Mehrere Krankenversicherungen dürfen danach ihre Ansprüche gegen den Konzern in einer gemeinsamen Klage bündeln.

Solche Sammelklagen können zu besonders hohen Belastungen für die Beklagten führen. Die Versicherer werfen Merck vor, Vioxx mit falschen Angaben vermarktet zu haben und fordern daher Geld zurück. Gleichzeitig ist Merck & Co in Texas mit dem Versuch gescheitert, die negative Aussage eines Mediziners in einem privaten Schadensersatzprozess zu verhindern. Dieses Verfahren ist der erste Prozess, in dem über konkrete Schadensansprüche im Zusammenhang mit Vioxx entschieden wird. Das Urteil ist daher möglicherweise wegweisend für viele weitere Prozesse.

Merck hatte das Schmerzmittel Vioxx im vergangenen September vom Markt genommen, nachdem Studien zeigten, dass mit dem Wirkstoff ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko verbunden ist. Daraufhin wurden inzwischen mehr als 3 000 Schadensersatzklagen gegen den Konzern eingereicht. Mit zuletzt 2,5 Mrd. Dollar Umsatz und rund 20 Mill. Nutzern gehörte Vioxx zu den meistverordneten Medikamenten auf dem US-Markt. Analysten sehen daher das Haftungsrisiko für Merck & Co zum Teil bei mehr als 20 Mrd. Dollar. Der US-Konzern hat indes angekündigt, seine Position in jedem Einzelfall energisch zu verteidigen.

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