Rückstellungen
Bayer zieht Millionenrisiken von der Steuer ab

Bayer und seine ehemalige Tochter Lanxess haben in den USA Vergleiche in Kartellverfahren erzielt. Das belastet die Bilanzen beider Unternehmen mit zig Millionen Euro. Doch Bayer beruhigt seine Anteilseigner: Man werde einfach weniger Steuern zahlen.

HB LEVERKUSEN. Bayer werde wegen der getroffenen Schadenersatzvergleiche im vierten Quartal 275 Mill. Euro zurückstellen, teilte der Chemie- und Pharmakonzern am Dienstag in Leverkusen mit. Die zu Jahresanfang an die Börse gebrachte ehemalige Tochtergesellschaft Lanxess wird für den entsprechenden Zeitraum eine Vorsorge in Höhe von 61 Mill. Euro treffen. Die Posten werden jeweils im vierten Quartal wirksam.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers kann Bayer den Großteil der Rückstellungen aber von der Steuer absetzen. Bayer-Aktien drehten nach der Nachricht ins Plus und legten 0,12 Prozent auf 34,74 Euro zu.

In den USA wurden gegen Bayer und einige Tochtergesellschaften zivilrechtliche Schadenersatzklagen wegen unerlaubter Preisabsprachen bei Polymeren erhoben, einem synthetischen Kautschuk. Die Klagen sind in einem unterschiedlichen Stadium. Bayer geht davon aus, dass im Verlauf der Verfahren noch weitere Aufwendungen auf den Konzern zukommen, die "von wesentlicher Bedeutung" sein können. Die genaue Höhe der Belastung konnte der Konzern nicht beziffern, weswegen auch keine Vorsorge für den Gesamtkomplex der Kartellverfahren gebildet wurde.

Im Zuge der Abspaltung von Bayer im Januar 2005 ist vereinbart worden, dass Lanxess 30 Prozent der aus den Kartellklagen entstehenden Kosten übernimmt, da die Bayer-Polymer-Sparte in Lanxess aufgegangen ist. Die Obergrenze möglicher Zahlungen sei aber auf 100 Mill. Euro festgelegt worden. Diese Summe sei einschließlich bereits zuvor gebildeter Rückstellungen erreicht, teilte Lanxess mit, so dass auf das Unternehmen keine weiteren Belastungen zukämen. Pro Jahr zahle Lanxess der Vereinbarung zufolge nicht mehr als 50 Mill. Euro an Bayer.

An den Jahresprognosen, die jeweils Sondereinflüsse wie eben Rückstellungen ausschließen, hielten beide Unternehmen fest. Unterm Strich wird aber wohl weniger herauskommen. Bayer rechnet nach wie vor damit, dass das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um etwa 50 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von 2,117 Mrd. Euro zulegen wird. Lanxess wiederum rechnet mit einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 560 bis 580 Mill. Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ein operatives Ergebnis von 447 Mill. Euro erzielt.

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