Rückstellungen für Rückrufe erhöht
Bosch erwartet weiter scharfen Preisdruck der Autobauer

Der Stuttgarter Automobilzulieferer und Industriekonzern Bosch rechnet in diesem Jahr angesichts der schwächeren Automobilkonjunktur mit weniger Wachstum als im Vorjahr.

HB STUTTGART. Er gehe von einem Umsatzplus zwischen drei und fünf Prozent aus, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag in Stuttgart. 2004 hatte Bosch den Umsatz um zehn Prozent auf 40,0 Milliarden Euro steigern können. Davon entfielen 25,3 Milliarden Euro (plus 7 Prozent) auf die Kraftfahrzeugtechnik, wodurch Bosch erstmals der weltgrößte Automobilzulieferer geworden war.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhte das Unternehmen auf 9,137 (Vorjahr 8,024) Milliarden Euro. Der Anteil für drohende Verluste und Gewährleistungsansprüche sei gestiegen, sagte der für die Finanzen zuständige Gerhard Kümmel am Donnerstag auf die Bilanz-Pressekonferenz. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. Der Automobilzulieferer war im laufenden Jahr an mehreren Rückrufaktionen von Herstellern wie Mercedes-Benz, BMW und General Motors wegen Qualitätsproblemen beteiligt. Die enstandenden Kosten könnten von den Herstellern an Bosch weitergereicht werden.

Heftige Kritik äußerte Unternehmenschef Fehrenbach an der Kontroverse um den Feinstaub. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme in Deutschland handele es sich um den „zweifelhaften Luxus einer international einzigartigen Diskussion“. Dieselabgase des örtlichen Pkw-Verkehrs trügen nur zu drei Prozent zur Feinstaubbelastung bei.

Bosch ist der größte Produzent von Dieselkomponenten. Angesichts der Dieselpumpenpanne vom Januar, die die Produktion bei Mercedes- Benz und BMW teilweise lahm gelegt hatte, betonte Fehrenbach, dass Bosch die Qualität weiter intensivieren wolle.

Zum Gewinn sagte Fehrenbach, angesichts des schwächeren internationalen Rückwindes müssen sich Bosch sehr anstrengen, um das Niveau des Vorjahres erreichen zu können. 2004 war der Vorsteuergewinn um 41 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro gestiegen, der Jahresüberschuss legte um 52 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro zu. Dem Konzernziel einer Umsatzrendite von 7 Prozent sei man mit 6,4 Prozent im Vorjahr nahe gekommen. Die 7 Prozent werde man 2005 aber kaum erreichen.

Bosch geht weiter von einem unvermindert scharfen Preisdruck von Seiten der Automobilbauer aus. Gleichwohl wolle Bosch den Aufwand für Forschung und Entwicklung (2004: 2,9 Milliarden) sowie die Sachinvestitionen (2,4 Milliarden Euro) in diesem Jahr erneut steigern. Allein in Deutschland würden über eine Milliarde Euro investiert, vor allem in die Dieseltechnik. Fehrenbach forderte weitere Personalkostensenkungen in Deutschland.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt wird China sein mit 200 Millionen Euro in diesem Jahr. Sowohl dort wie auch in den USA erwartet Bosch Wachstum in der Dieseltechnik. Da aber nach der Prognose die globale Automobilproduktion in diesem Jahr nur noch 2,5 Prozent nach 5,5 Prozent im Jahr zuvor wachsen dürfte, geht Bosch von einem schwächeren Umsatzwachstum aus. Hinzu kämen der schwache Dollar und die hohen Rohstoffpreise. Letztere würden 2005 das Ergebnis in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages belasten.

Das starke Wachstum des Vorjahres wirkte sich auch auf die Beschäftigung aus: Weltweit stieg die Beschäftigtenzahl um 11 000 auf 242 400; in Deutschland gab es 1900 mehr Stellen (110 600 Beschäftigte).

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