Rücktritt des VW-Chefs
Zwist um MAN stürzt Pischetsrieder

Neue Details zum Rücktritt von VW-Chef Pischetsrieder: Ein Eklat um eine mögliche MAN-Beteiligung an VW hat nach Handelsblatt-Informationen zum überraschenden Führungswechsel an der Konzernspitze geführt. Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch warf Pischetsrieder demnach vor, gemeinsame Sache mit Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff zu machen.

hof/hz/mwb/fas FRANKFURT. Der Gewinner steht seit der Ad-hoc-Meldung vom Dienstagabend fest: Ferdinand Piëch, Miteigentümer von Porsche, ehemaliger VW-Chef und amtierender VW-Aufsichtsratsvorsitzender. VW hatte am Dienstag mitgeteilt, Audi-Markenchef Martin Winterkorn werde den Vorstandschef Bernd Pischetsrieder zum Jahreswechsel ablösen.

Die vorangegangene Präsidiumssitzung war nach Angaben aus dem Umfeld „vom Aufsichtsratsvorsitzenden“ sehr kurzfristig anberaumt worden“. Laut Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen gaben aktuelle Differenzen im Zusammenhang mit der geplanten Scania-Übernahme durch MAN den Anlass für den plötzlichen Rückzug Pischetsrieders.

Am Wochenende war durchgesickert, dass Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff versucht hatte, MAN zu einem Einstieg bei VW zu bewegen, um zusammen mit dem Landesanteil an dem Autobauer ein Gegengewicht zum Einfluss von Porsche zu schaffen. Pischetsrieder soll in die Pläne Wulffs eingeweiht gewesen sein. Am Montag hatte Porsche daraufhin bestätigt, seinen Anteil an dem Autobauer auf bis knapp unter 30 Prozent ausbauen zu wollen. Nur einen Tag danach warf Pischetsrieder auf Druck des Präsidiums das Handtuch.

Wulff war bereits nach dem Kauf von 21,2 Prozent der VW-Anteile durch Porsche mit dem Versuch gescheitert, die Macht von Piëch, mit dem Wulff nach Angaben aus dem Aufsichtsrat eine „innige Feindschaft verbindet“, zu beschneiden. In einem von Wulff initiierten Gutachten wurde Piëch wegen möglicher Interessenskollision nahe gelegt, den Aufsichtsrat zu verlassen. Bereits damals soll der Österreicher für diesen Angriff auch Pischetsrieder verantwortlich gemacht haben. In der Folge hatte er versucht, ihn durch öffentliche Aussagen zum beschädigen, war aber zunächst gescheitert: Der Vertrag Pischetsrieders wurde bis 2012 verlängert.

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