Rücktritt
MAN-Chef Samuelsson stürzt über Schmiergeldskandal

Die Schmiergeldaffäre des MAN-Konzerns hat bereits mehreren Top-Managern den Job gekostet, nun auch Vorstandschef Hakan Samuelsson. Der 58-Jährige ist überraschend zurückgetreten. Einem kommt dies gerade recht: VW-Patriarch Ferdinand Piëch.
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ax/fas/hz/mcs MÜNCHEN. MAN-Chef Hakan Samuelsson ist am Montag überraschend zurückgetreten. Der Schwede werde den Konzern auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen, teilte MAN mit. „Samuelsson ist zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte.“ Die Entscheidung über seinen Rücktritt stand schon am Freitag fest. Zum kommissarischen Nachfolger bestellte der Aufsichtsrat den Chef der Dieselsparte, Georg Pachta-Reyhofen.

Unternehmenskreisen zu Folge zieht Samuelsson die Konsequenz aus der Affäre um verdeckte Schmiergeldzahlungen in der LKW-Sparte. Die monatelange Arbeit externer Ermittler habe neue Erkenntnisse zu Tage gebracht. Diese habe der MAN-Aufsichtsrat unter Führung von VW-Patriarch Ferdinand Piëch zu einer Neubewertung der Rolle Samuelssons gebracht. Demnach sei Samuelsson nicht schuldig im juristischen, wohl aber im politischen Sinn.

Auch die Ermittler wurden von der Adhoc-Mitteilung überrascht. „Wir können nicht erkennen, dass ein Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren besteht“, sagte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch dem Handelsblatt. Samuelsson werde in den Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft weiterhin nicht als Beschuldigter geführt.

Die Affäre um verdeckte Zahlungen im LKW- und Busgeschäft hatte die Münchener Staatsanwaltschaft im Mai dieses Jahres mit einer Großrazzia eingeleitet. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten. Insgesamt stehen fragwürdige Zahlungen von rund 16 Mio. Euro im Raum, vor allem im Auslandsgeschäft. Die Behörden haben weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. MAN hat der Staatsanwaltschaft von Beginn an volle Kooperation zugesagt und unabhängige Ermittler eingeschaltet. Samuelsson selbst hatte die Aufklärung der Affäre zur Chefsache erklärt. Dennoch blieb auch er im Zwielicht: Von 2000 bis 2004 hatte er selbst die Nutzfahrzeugsparte geführt.

Die Affäre hat bereits mehreren Top-Managern den Job gekostet: Neben dem ehemaligen Vertriebsvorstand der Nutzfahrzeugsparte Peter Erichreineke musste Mitte Oktober auch Finanzvorstand Sabine Drizga gehen.Ob Samuelssons Rücktritt weiteren Managern den Job kostet, blieb am Abend offen.

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  • Jetzt hat der größenwahnsinnige aus Wolfsburg beinahe freie Fahrt. "Schuster, bleib´ bei deinen Leisten", heißt es. Hervorragende Autos kann der ingeneur bauen, aber gesunde Unternehmen nicht! Schade um Herrn Samuelsson.


  • Charttechnik:

    Es wird immer gejammert es gibt keine Steigerungen mehr am Aktienmarkt.
    Es gibt sehr wohl.
    bitte in Schmierseife investieren. Der jenige der es nicht tut der wird sich später noch ärgern.
    Also bitte Zeichnen nicht vergessen.
    Samuelson hat ein bisschen übertrieben mit der Schmierseife. Es war eben zu glatt und Rutschgefahr ist sehr groß gewesen. Man kann sich das Genick brechen. Also kluge Entscheidung zurückzutreten.

    Hochachtungsvoll

  • Guten Tag,.......Der " Gute Mann " wird den Woelfen vorgeworfen. Aber haette die Sache geklappt und waere nicht breitgetreten worden, wer weiss welche Ehrungen ihm noch angediehen waeren. in ein paar Jahren reden wir nochmal ueber den Arabistan-Auftrag der bahn. Oder ueber Siemens oder ueber VW, oder ueber Gewerkschaftler. besten Dank

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