Rückzahlung eines Kredits gefordert
Agfa verlangt Millionen von Agfa zurück

Agfa-Gevaert fordert von dem insolventen Fotospezialisten und ehemaligen Konzernteil Agfa Photo binnen weniger Monate einen zweistelligen Millionenbetrag zurück.

HB MORTSEL. Die belgische Agfa-Gevaert teilte am Donnerstag mit, sie erwarte binnen drei bis vier Monaten die Rückzahlung von 9 bis 10 Millionen Euro, mit denen der ehemalige Mutterkonzern das operative Geschäft von Agfa-Photo vorfinanziert hatte. Ursprünglich hatte es geheißen, Agfa-Gaevert fordere 112 Millionen Euro zurück, die der Konzern im vergangenen Jahr zur Vorfinanzierung der Übernahme von Agfa Photo an das damalige Management gezahlt habe. Dieser Betrag ist aber laut Agfa-Gaevert vollständig abgesichert und steht nicht zur Debatte.

Agfa Photo war im August 2004 vom Mutterkonzern Agfa-Gevaert abgetrennt und im November als Agfa Photo GmbH gegründet worden. Im Mai diesen Jahres meldete die Leverkusener Traditionsfirma unerwartet Insolvenz an. Das zuständige Amtsgericht eröffnete das Insolvenzverfahren am 1. August und ordnete Eigenverwaltung an, so dass das Agfa-Management das Unternehmen selbst sanieren kann.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier will das Unternehmen nach harten Einschnitten beim Personal fortführen. Bislang ist noch nicht klar, welche Sparten überleben werden. Agfa produziert neben Filmen, Fotopapieren und Entwicklungschemikalien auch Geräte für große und kleine Fotolabore. 707 von insgesamt 1787 Mitarbeitern sollen nach dem Willen des Managements bis zum Ende des dritten Quartals in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln. In dieser Gesellschaft, deren Finanzierung laut Agfa Photo gesichert ist, sollen sie ein Jahr lang 90 Prozent ihres bisherigen Lohns beziehen.

Agfa-Gaevert erklärte, das Unternehmen werde einen voll besicherten Kredit bereitstellen, mit dessen Hilfe die Transfergesellschaft für die vom Stellenabbau betroffenen Arbeitnehmer von Agfa Photo aufgebaut werde. Agfa-Gevaert hatte Agfa Photo bereits nach dem Insolvenzantrag finanziell unter die Arme gegriffen.

Dabei geht es dem belgische Grafik- und Bildtechnik-Konzern selbst nicht blendend. Im zweiten Quartal gab es aber einen Lichtblick. Trotz geringerer Umsätze ist das Unternehmen in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zur Begründung nannte das Unternehmen am Donnerstag weitere Kostensenkungen infolge seiner Umstrukturierung, worunter auch die Trennung von Agfa Photo fällt. Den operativen Gewinn in den drei Monaten bezifferte das Unternehmen mit 48 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 366 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz im zweiten Quartal fiel um 15,6 Prozent auf 849 Millionen Euro.

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