Rückzug des Vorstandes
EADS drängt Daimler zur Entscheidung

Der Autobauern soll über den Teilrückzug des EADS-Finanzvorstands entscheiden. Daimler hält 15 Prozent des Kapitals an EADS - angeblich will das Unternehmen die Kapitalanteile auf 7,5 Prozent senken.
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HamburgEADS-Finanzvorstand Hans Peter Ring hat den Autobauer Daimler zu einer baldigen Entscheidung über seinen geplanten Teilrückzug aufgefordert. „Unsere Aktionäre wollen jetzt vor allem Klarheit“, sagte der Manager der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe). Alles andere sei schlecht für den EADS-Kurs. Die zur Disposition stehenden Anteile sollten an private Investoren und nicht an den Staat verkauft werden.

„Die USA und Großbritannien machen uns vor, dass man solche Geschäfte auch ohne unternehmerische Staatsbeteiligung managen kann“, sagte Ring der Zeitung. Er spielt damit auf die Ankündigung Daimlers an, sich weiter aus dem Luftfahrtkonzern zurückziehen zu wollen.

Der Autobauer hält 22,5 Prozent der Stimmrechte und 15 Prozent des Kapitals an EADS. Angeblich will Daimler seinen Kapitalanteil auf die vertragliche Mindestschwelle von 7,5 Prozent verringern. Der Wunsch der Stuttgarter ist umstritten, weil damit das austarierte Machtgefüge zwischen Deutschland und Frankreich bei EADS ins Wanken gerät.

dapd

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  • Das austarierte Machtgefüge in der EADS ist eine Illusion. De facto wurde EADS schon vor langer Zeit von Frankreich feindlich übernommen, weil insbesondere im mittleren und gehobenen Management alle strategischen Positionen von Franzosen besetzt sind. Während man sich in Deutschland vormacht, daß Flugzeuge, Hubschrauber und die Ariane-Rakete "Europäische" Produkte wären, sieht man sie in Frankreich als französische Produkte. Entsprechend agiert auch die französische Regierung und schützt Arbeitsplätze in Frankreich zulasten der deutschen Standorte. Wenn jetzt Daimler auch noch seine Anteile auf dem freien Markt verkauft, kann man darauf warten, daß sich diese Spirale noch weiter verstärkt. Es ist im höchsten Maße bedauerlich, daß sich nicht einmal die Bundesregierung dagegen wehrt. Da paßt die Unterstützung für die französische Finanzministerin bei der Neubesetzung an der IWF-Spitze herausragend ins Bild einer deutschen regierung ohne Konzept und Visionen.

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