Rückzug von der US-Börse
Siemens ist vorsichtig

Trotz sinkendem Umsatz konnte Siemens-Chef Joe Kaeser den Gewinn steigern. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er weiter mit Stagnation und bleibt auf Sanierungskurs. Der nächste große Schritt steht bereits an.
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MünchenSiemens-Chef Joe Kaeser hält sein Pulver trocken. Trotz eines Auftragsschubs im Weihnachtsquartal rechnet er für das laufende Geschäftsjahr unverändert mit stagnierenden Einnahmen. „Wir sind mit einem soliden Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet. Wie erwartet hat uns dabei das wirtschaftliche Umfeld nicht geholfen“, erklärte Kaeser zur Hauptversammlung am Dienstag in München.

Der Umsatz stagnierte auf Quartalsebene auf vergleichbarer Basis ohne Währungseffekte in etwa bei 17,4 Milliarden Euro und lag damit etwas unter den Erwartungen der Analysten. Der Auftragseingang legte dank eines Bahn-Großauftrags aus Saudi-Arabien und zweier Windpark-Großbestellungen um zwölf Prozent auf 20,8 Milliarden Euro zu.

Der laufende Stellenabbau zahlt sich für Kaeser zunehmend aus. Trotz stabiler Einnahmen legte das Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft binnen Jahresfrist um gut ein Fünftel auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu. Vor allem der lange ertragsschwache Sektor Infrastruktur und Städte schnitt deutlich besser ab als in der Vergangenheit. Der Gewinn mit Zügen, Stromnetzen und Gebäudetechnik hat sich den Angaben zufolge zuletzt mehr als verdoppelt. Dort verbuchte Siemens auch zuletzt einen milliardenschweren Einzelauftrag. Saudi-Arabien bestellte zwei U-Bahnlinien in München für 1,6 Milliarden Euro.

Die Anleger honorierten den Gewinnzuwachs, die Aktie legte um zwei Prozent zu. Damit gehörte sie zu den größten Gewinnern im Dax.

Kaeser will weiter an der Renditeschraube drehen. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf unserer Produktivitätsprogramm für dieses Jahr und auf die Schritte, die wir mit Blick über 2014 hinaus ergreifen“, erklärte er vor der Hauptversammlung. Bei stagnierendem Umsatz soll der Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 (zum Ende September) um mindestens 15 Prozent zulegen.

Sparen will Kaeser bei den Formalien. Siemens plant, sich von der US-Börse zurückzuziehen, um seine Finanzberichterstattung zu vereinfachen.

Eine Analyse der Siemens-Bilanz finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rückzug von der US-Börse: Siemens ist vorsichtig"

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  • Mein Leben mit Siemens begann 1974. In all den Jahren kam es stets zu Stellenabbau, Ausgliederung und technischer Neuorientierung. Dennoch ist die AG Personal und Umsatzmäßig stets gewachsen. Dies war nur möglich durch die Kapitalgeber sprich die Aktionäre zu denen ich mich natürlich auch zähle. Im übrigen hat Siemens ein vorbildliches Aktienerwerbprogramm für Mitarbeiter. Eine Rendite von 3% bis 5% für die Kapitalgeber sprich Risikoträger ist angemessen und keinesfalls überzogen.

  • Zitat aus Vorkommentar:

    ....um die Aktionäre bei guter Laune zu halten. --

    Die Ausschüttung bedeuted ca. 3% Rendite. Das ist doch angemessen für einen Anleger, der das wirtschaftliche Firmenrisiko trägt.
    Es wird doch immer von privater Altersvorsorge gesprochen. Wie soll die realisiert werden, bei z. B. Rentenkürzungen , hoher Inflationsrate usw.

  • "Der laufende Stellenabbau zahlt sich für Kaeser zunehmend aus. "
    Und wieder zu Lasten der Arbeitnehmer um die Aktionäre bei guter Laune zu halten.

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