Rüsselsheimer Werk des Autobauers: Überstunden-Streit bei Opel beigelegt

Rüsselsheimer Werk des Autobauers
Überstunden-Streit bei Opel beigelegt

Der wochenlange Streit um rund eine Million Überstunden im Rüsselsheimer Opel -Werk ist beigelegt. Der Autobauer wird in seinem Stammwerk etliche neue Mitarbeiter einstellen, um Engpässe vor allem im Entwicklungszentrum auszugleichen – wie das Unternehmen genau reagieren will.

HB RÜSSELSHEIM. Vorgesehen sei eine dreistellige Zahl von Beschäftigten, sagte Opel -Arbeitsdirektor Holger Kimmes am Montag in Frankfurt. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat sei unterzeichnet. "Damit werden wir in der Lage sein, schneller zu reagieren und die Überstundenkonten flacher zu halten", sagte Kimmes. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen handelt es sich um rund 300 Neueinstellungen.

Die angefallenen Überstunden sollen nach Opel -Angaben teilweise ausbezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen werden. Der Betriebsrat kündigte daraufhin an, seine Klage beim Arbeitsgericht Darmstadt zurückzuziehen. Darin war Opel aufgefordert worden, den Tarifvertrag einzuhalten und Mehrarbeit auszugleichen.

Die General Motors-Tochter hatte bei der Sanierung in den vergangenen Jahren in Rüsselsheim 5 000 Stellen gestrichen, das Werk beschäftigt heute noch 18 500 Menschen. Zugleich erhielt das Technische Entwicklungszentrum von GM in Europa mit Sitz in Rüsselsheim neue Aufgaben wie die Entwicklung aller Mittelklasse- Fahrzeuge der GM -Marken (Insignia-Klasse) sowie der nächsten Generation von Kompaktwagen (Astra-Klasse). Deshalb hatten die rund 7 000 Ingenieure viele Überstunden angehäuft.

Laut Vereinbarung werden rund 100 Lehrlinge übernommen und 200 Facharbeiter aus dem Werk Anfang März ins Entwicklungszentrum wechseln. Im Juni soll über weitere Neueinstellungen entschieden werden. In Zukunft setzt das Unternehmen nach Worten des Arbeitsdirektors auch auf Langzeitarbeitskonten, um eine Anhäufung von Überstunden zu verhindern. "Ich bin froh, dass wir eine Einigung im Haus gefunden haben, ohne die Gerichte zu bemühen", sagte Kimmes.

Der Betriebsrat hatte ursprünglich die doppelte Zahl an Neueinstellungen gefordert, zeigte sich mit der Vereinbarung aber zufrieden. "Wir freuen uns, dass wir nach jahrelangem Personalabbau Regelungen für Neueinstellungen geschaffen haben", sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz.

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