Rüstung gegen Übernahmen
Anglo trennt sich von Randgeschäft

Die Minenkonzerne Anglo American und Lonmin rüsten sie sich mit Sparprogrammen und Umstrukturierungen für die Neuordnung der Branche. Beide hatten in den vergangenen Monaten Übernahmeversuche abgewehrt und damit zumindest vorerst ihre Unabhängigkeit gerettet. Die wollen sie nun auch weiter festigen.

LONDON. Der weltweit viertgrößte Bergbaukonzern, Anglo American, will in den kommenden Monaten mehrere Geschäftsbereiche verkaufen sowie das Management verschlanken. So soll die Zink-Sparte einen neuen Besitzer bekommen und auch die Metallgruppe Scaw verkauft werden.

Außerdem plant Anglo einen Verkauf des brasilianischen Standorts Catalao. Dort fördert das Unternehmen das seltene Metall Niob, das hauptsächlich beim Schweißen und bei der Herstellung von Spezialstählen zum Einsatz kommt. „Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren, da ist die Trennung von einigen Randaktivitäten ein logischer Schritt“, sagte Vorstandschefin Cynthia Carroll.

Gleichzeitig sollen die Kosten für die Führungsebene um jährlich rund 120 Mio. Dollar sinken. Sieben dezentrale Teams sollen den Konzern künftig lenken. Durch die Umstrukturierung werden rund 2 700 der 11 000 Management-Arbeitsplätze wegfallen, sagte ein Unternehmenssprecher. Den Schritt hin zu einer effizienteren Verwaltung hatten Analysten und Investoren schon seit langem gefordert.

Auch der vor wenigen Tagen bei einem Übernahmeversuch gescheiterte Rivale Xstrata hatte bei Anglo den zu großen „Wasserkopf“ im Management bemängelt. „Der Übernahmeversuch von Xstrata hat die überdimensionierte Managementstruktur von Anglo American ins Rampenlicht befördert“, sagte Matthew Hasson, Analyst bei Arbuthnot Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. Durch den Umbau will Anglo in Zukunft besser gegen feindliche Übernahmeversuche gewappnet zu sein.

Erst Anfang dieser Woche gelang es Anglo American, einen solchen Versuch durch Xstrata abzuwehren. Durch die Fusion von Xstrata und Anglo wäre der weltgrößte Produzent von Zink und Platin entstanden sowie der zweitgrößte Anbieter von Kohle für die Stahlproduktion und Kupfer. Nach britischem Übernahmerecht muss Xstrata jetzt sechs Monate warten, bevor es wieder ein Angebot für den Wettbewerber abgeben darf. „Bis dahin muss Anglo alles versuchen, seine Aktionäre für sich zu gewinnen“, sagte Michael Shillaker, Analyst bei der Credit Suisse.

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