Rüstung: Rheinmetall sieht sich auf Kurs

Rüstung
Rheinmetall sieht sich auf Kurs

Rheinmetall, Deutschlands führender Hersteller von Panzern und Munition, konnte vergangenes Jahr im zuletzt schwachen Autozulieferer-Geschäft wachsen. Für 2011 rechnet der Konzern mit einem kräftigen Zuwachs.
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DüsseldorfRheinmetall-Chef Klaus Eberhardt will das Geschäft mit Rüstungsgütern und Autoteilen durch Zukäufe in Asien und Nordamerika vorantreiben. „Wir sind weiter auf der Suche nach wertsteigernden Akquisitionen“, sagte der Manager am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Noch im ersten Halbjahr peile er einen weiteren Zukauf an.

Für 2011 und 2012 kündigte er nach kräftigen Zuwächsen im vergangenen Jahr weiter steigende Erlöse und Gewinne an. Der Umsatz soll bis 2013 von vier auf knapp sechs Milliarden Euro nach oben schießen. Die Bedeutung der Bundeswehr werde aber abnehmen: Nur noch ein Fünftel der Umsätze in der Rüstungssparte werde von der Bundeswehr kommen. Zuletzt erzielte Rheinmetall 34 Prozent seines Umsatzes in Deutschland, 1999 waren es noch 61 Prozent.

Im Geschäft mit Kolben und Autoteilen nimmt Rheinmetall Eberhardt zufolge Firmen in Indien und China unter die Lupe. In der Rüstungssparte wolle er in den USA zukaufen. 2010 hatte Rheinmetall für insgesamt 115 Millionen in Deutschland, Norwegen und Italien gekauft. Rheinmetall traue sich auch größere Akquisitionen zu, sagte Eberhardt, nannte aber keinen Wert.

Schon jetzt gehöre der Hersteller des Schützenpanzers Puma oder des Transportfahrzeugs Boxer im Rüstungsgeschäft zu den profitabelsten Unternehmen der Welt. Das Joint Venture mit dem Münchner MAN-Konzern für militärische Radfahrzeuge will der Konzern vorantreiben. Gespräche über einen Zusammenschluss mit der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann gebe es aber nicht - trotz des Konsolidierungsdrucks. „Das ist derzeit kein Thema“, sagte Eberhardt.

Der Umsatz der Rüstungssparte soll bis 2013 auf 3,5 Milliarden Euro von zwei Milliarden steigen. Rheinmetall würde dann nach eigenen Angaben von Platz 34 unter die 20 größten Rüstungskonzerne weltweit aufrücken. Zu den führenden Konzernen gehören Lockheed Martin, BAE Systems, Boeing und EADS.

Im vergangenen Jahr hatte Eberhardt das Geschäft mit Autoteilen aus der Verlustzone geholt. Der Rheinmetall-Chef hatte seit 2008 mehrere tausend Stellen gestrichen und Standorte in Hamburg, den USA und Mexiko geschlossen. Das Konzernergebnis kletterte 2010 auf 174 Millionen Euro nach einem Verlust von 52 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen für 2010 eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten - fünfmal soviel wie für das Vorjahr. 2011 soll der Umsatz um acht Prozent auf 4,3 Milliarden steigen, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 330 bis 360 (297) Millionen. „Sehr konservativ“, kritisierten Analysten die Zukunftspläne. An der Börse fiel die Aktie zeitweise um über zwei Prozent, baute die Verluste aber später ab.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • angesichts des Ausmaßes von militärischen Interventionen ohne klares Ziel, ist die Rüstungstechnik wohl ein sicheres Geschäft mit Wachstumspotenzial

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