Rüstungsbranche
Hohe Metallpreise drücken Gewinn bei Diehl

Drastisch gestiegene Metallpreise haben dem Nürnberger Rüstungskonzern Diehl die Bilanz verhagelt. Die Lieferschwierigkeiten beim Airbus A380 betreffen zwar auch Diehl, aber große Belastungen erwartet das Unternehmen zunächst nicht.

HB NÜRNBERG. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei 2005 um 14 Prozent auf 34,8 Mill. Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Unter dem Strich verblieben 15,7 (Vorjahr: 18,3) Mill. Euro. „Wegen der hohen Metallpreise entspricht das Ergebnis aber nicht dem tatsächlichen Verlauf des Geschäfts“, sagte Finanzvorstand Jörg Fischer. Der Umsatz legte um drei Prozent auf 1,648 Mrd. Euro zu.

Im laufenden Jahr rechnet Diehl mit auf 1,9 Mrd. Euro wachsenden Erlösen. Auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit soll wachsen: „Wenn die Metallpreise auf dem Niveau bleiben, dann können wir 50 Mill. Euro schaffen in diesem Jahr“, sagte Fischer. Die Preise für Metalle wie Kupfer seien nach wie vor hoch. In der Spitze habe Kupfer im Mai 8800 Dollar die Tonne gekostet, doppelt so viel wie Ende vergangenen Jahres.

Die Turbulenzen beim Flugzeugbauer Airbus EADS, dem Diehl unter anderem Elektronik zuliefert, werden die Geschäfte der Nürnberger nach Angaben von Vorstandschef Thomas Diehl vorerst nicht belasten. Die Lieferverzögerungen beim neuen Großraumflugzeug Airbus A380 beträfen zwar auch Diehl. Der Konzern liefert pro Maschine unter anderem elektronische Steuerungen sowie Kabinenbeleuchtung im Wert von 1,5 Mill. Euro zu. Allerdings laufe das Geschäft mit Airbus-Modellen wie dem A320 gut.

Auch für das neueste Airbus-Modell A350 will Diehl Teile zuliefern. Dabei hofft die Firma auf den Erhalt der staatlichen Subventionen. „Wir brauchen diese Zuschüsse für die Entwicklung neuer Produkte“, sagte Diehl. Zwischen den USA und der Europäischen Union ist ein Streit um Subventionszahlungen für die Flugzeugbauer Boeing und Airbus entbrannt.

Trotz einer Konzentration in der Rüstungsbranche will das 1902 gegründete Familienunternehmen Diehl eigenständig bleiben. „Wir sind hauptsächlich in Nischen tätig und arbeiten in wichtigen Bereichen ohnehin schon mit Partnern zusammen“, sagte Diehl. „Ich sehe keine Veranlassung, die Wehrtechnik zu verkaufen oder überhaupt darüber nachzudenken“, fügte er hinzu.

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