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Rüstungsdeal: Indonesien will 130 deutsche Leopard-Panzer kaufen

Die indonesische Regierung drängt auf den Kauf deutscher Kampfpanzer - und gibt bereits erste Details des Rüstungsdeals bekannt. Dabei muss die die Bundesregierung den Milliardenverkauf noch genehmigen.

Bundeswehrpanzer vom Typ Leopard 2. Quelle: ap
Bundeswehrpanzer vom Typ Leopard 2. Quelle: ap

Jakarta/BerlinIndonesien will 130 Leopard-2-Kampfpanzer aus Deutschland kaufen und damit mehr als bisher bekannt. Das indonesische Verteidigungsministerium erklärte am Montag, eine entsprechende Absichtserklärung solle am 7. November in Jakarta unterzeichnet werden. Der Auftrag habe einen Umfang von umgerechnet 217 Millionen Euro. Ursprünglich war nur von 100 Panzern die Rede gewesen. Die Bundesregierung hat dem Geschäft aber immer noch nicht zugestimmt.

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Unklar blieb auch, wer die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) in der nächsten Woche auf deutscher Seite unterzeichnen soll. Der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann beteuerte, nicht der Exporteur zu sein. „Krauss-Maffei Wegmann liefert keine Panzer nach Indonesien“, sagte Unternehmenssprecher Kurt Braatz der Nachrichtenagentur dpa und dementierte damit entsprechende Angaben des indonesischen Verteidigungsministeriums.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen geht es um Leopard-2-Panzer älterer Baujahre, die modernisiert werden müssen. Das erklärt auch den relativ geringen Kaufpreis. Möglich wäre beispielsweise, dass ein Rüstungskonzern ausgemusterte Panzer der Bundeswehr aufgekauft hat und diese neu ausgestattet weiterkauft.

Wer die Welt mit Waffen ausrüstet

  • Das Ranking

    Einmal jährlich erstellt das Magazin „Defense News“ ein Ranking der größten Rüstungskonzerne der Welt. Die Liste ist dominiert durch US-Konzerne, allerdings werden chinesische Rüstungsriesen wie China South Industries, China State Shipbuilding und China Aerospace Science wegen unsicherer Datenlage nicht im Ranking aufgeführt. Handelsblatt Online zeigt, welche zehn Unternehmen 2011 zu den größten Waffenproduzenten der Welt gehörten.

  • Platz 10

    United Technologies (USA) - 11,0 Milliarden Dollar Umsatz in der Militärsparte

    Der US-Mischkonzern gehört zu den größten Unternehmen der Welt und mischt auch im Rüstungsgeschäft kräftig mit. Zum Portfolio der US-Amerikaner gehören Hubschrauber für die zivile und militärische Luftfahrt, Raketenantriebe, aber auch Klimaanlagen. Die Militärsparte macht knapp 20 Prozent des Umsatzes aus.

  • Platz 9

    L-3 Communications (USA) - 12,52 Milliarden Dollar

    Die US-Firma aus New York erlangte zuletzt als einer der Marktführer für Körperscanner einige Bekanntheit. Vor allem aber stellt L-3 Kommunikationslösungen sowie Navigationssysteme und -geräte für militärische Zwecke her. Das macht den Konzern laut „News Defense“ zum weltweit neuntgrößten Hersteller von Kriegsgerät - mit einem Umsatz in diesem Sektor von 12,52 Mrd. Dollar im Jahr 2011. Kriegsgerät macht fast 83 Prozent am Gesamtumsatz aus.

  • Platz 8

    Finmeccanica (Italien) - 14,58 Milliarden Dollar

    Auch der italienische Finmeccanica-Konzern gehört zu fast einem Drittel dem Staat. Im zivilen Bereich baut das Unternehmen unter anderem U-Bahnen, Lokomotiven und Verkehrsleitsysteme. Im militärischen Bereich gehören Hubschrauber, Lenkwaffen und Panzer zum Portfolio. Im Jahr 2011 setzte Finmeccanica 14,58 Mrd. Dollar mit Kriegsgerät um (knapp 61 Prozent Gesamtanteil).

  • Platz 7

    EADS (Westeuropa) - 16,10 Milliarden Dollar

    Auf Platz sieben der Top 10 landet der von Deutschland und Frankreich kontrollierte Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Er bietet neben zivilen Verkehrsflugzeugen (Airbus-Reihe) sowie Trägerraketen (Ariane) und Satelliten Militärflugzeuge (zum Beispiel Eurofighter, im Bild) und Sicherheitslösungen an. Mit militärischen Produkten erwirtschaftete EADS 2011 laut „Defence News“ knapp 16,10 Mrd. Dollar. Das entspricht knapp 24 Prozent Anteil am Gesamtumsatz.

  • Platz 6

    Northrop Grumman (USA) - 21,4 Milliarden Dollar

    Schlagzeilen machte Northrop Grumman als US-Partner von EADS bei der Bewerbung um einen Milliardenauftrag zum Bau von Tankflugzeugen für das US-Militär. Der Konzern mit seinen mehr als 75.000 Mitarbeitern erzielte in seinem militärischen Segment 2011 einen Umsatz von 21,4 Mrd. Dollar und ist damit der sechstgrößte Rüstungskonzern der Welt. Rüstung macht an seinem Umsatz 81 Prozent aus. Zu den bekanntesten Produkten zählt der Tarnkappenbomber B-2 (im Bild) oder die Atom-U-Boote.

  • Platz 5

    Raytheon (USA) - 23,06 Milliarden Dollar

    Der US-Konzern Raytheon stellt hauptsächlich Raketen und optische Militärsysteme her: Den Marschflugkörper „Tomahawk“ etwa, die Luft-Luft-Rakete „Sidewinder“ oder das Flugabwehrsystem „Patriot“. Das Unternehmen mit seinen mehr als 71.000 Mitarbeitern hat 2011 mit militärischen Gütern einen Umsatz von 23,06 Mrd. Dollar (93 Prozent Anteil am Umsatz) erzielt.

  • Platz 4

    General Dynamics (USA) - 25,51 Milliarden Dollar

    Der US-Konzern, der unter anderem schwere Militärfahrzeuge herstellt, setzte 2011 mit militärischen Gütern 25,51 Mrd. Dollar um und landet damit auf dem 4. Rang. Zu den Produkten gehören unter anderem Kriegsschiffe und U-Boote, Kampfflugzeuge sowie Lenkflugkörper und IT-Lösungen. 78 Prozent des Gesamtumsatzes machen die Kriegsgüter aus.

  • Platz 3

    BAE Systems (Großbritannien) - 29,13 Milliarden Dollar

    Platz drei nehmen die Briten ein: BAE Systems erzielte mit seinen 88.000 Mitarbeitern 2011 einen Umsatz im Rüstungsgeschäft von 29,13 Mrd. Dollar. Der größte Rüstungskonzern Europas (der in seinem zivilen Segment vor allem in der Luft- und Raumfahrt aktiv ist) stellt eine bunte Palette militärischen Geräts her: Von Kriegsschiffen über Raketensystemen bis zu Kampfflugzeugen. Hierbei kooperiert BAE zum Teil mit anderen Rüstungskonzernen, wie etwa mit Lockheed Martin bei der F-22 oder mit EADS beim Eurofighter. BAE hängt mit knapp 95 Prozent Kriegsanteil am Gesamtumsatz fast vollständig von Rüstungsaufträgen ab.

  • Platz 2

    Boeing (USA) - 30,7 Milliarden Dollar

    Der drittgrößte Rüstungskonzern ist Boeing - mit einem Umsatz laut „Defense News“ von 30,7 Mrd. Dollar im Rüstungsgeschäft, was knapp knapp 45 Prozent der Gesamtumsätze entspricht. Im zivilen Bereich konkurriert der 170.000 Mitarbeiter starke US-Konzern seit Jahren mit EADS/Airbus um die Vorherrschaft. Im Rüstungsgeschäft hat Boeing eine breite Palette an Flugzeugen und Lenkwaffen im Angebot: von der Transportmaschine C-17 über den Bomber B-52 Flying Fortress bis zum Tankflugzeug KC-767.

  • Platz 1

    Lockheed Martin (USA) - 43,98 Milliarden Dollar

    An der Spitze der Rüstungskonzerne steht Lockheed Martin. Der US-Konzern erwirtschaftete 2011 aus seiner Rüstungssparte 43,98 Mrd. Dollar. Knapp 95 Prozent der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen mit Kriegsgerät: Lockheed Martin stellt einerseits Kampfflugzeuge und -bomber her, darunter die F-16 und die neue, milliardenteure F-22A Raptor. Daneben produziert der Konzern Aufklärungsmaschinen wie die auch von der Bundeswehr genutzte P-3 sowie Luftschiffe. Rein deutsche Hersteller sind im Ranking der größten Rüstungskonzerne nicht in der Top-10.

In indonesischen Medien war schon vor Wochen Rheinmetall als Verkäufer genannt worden. Der Düsseldorfer Konzern liefert Komponenten für den Leopard 2. Eine Stellungnahme von Rheinmetall war am Montag zunächst nicht zu erhalten.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums liegt noch kein Antrag auf Ausfuhr von Leopard-Panzern nach Indonesien vor. Eine Absichtserklärung zwischen einem deutschen Unternehmen und einer ausländischen Regierung über ein Rüstungsgeschäft sei aber grundsätzlich auch noch nicht zustimmungspflichtig, sagte ein Sprecher. „Eine Genehmigung ist erst für eine tatsächliche Ausfuhr von Rüstungsgütern erforderlich.“

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Der Sprecher des indonesischen Verteidigungsministeriums, Hartind Asrin, sagte der dpa, bei dem geplanten Deal gehe es auch um Technologietransfer und die Lieferung von Ersatzteilen.

Indonesien hat sich nach dem Abgang des Diktators Suharto 1998 zu einer soliden Demokratie entwickelt. Das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt mit 240 Millionen Einwohnern gehört als Schwellenland zu den G20-Staaten. Menschenrechtsorganisationen prangern in der rohstoffreichen Provinz Papua, in der Separatisten kämpfen, unverhältnismäßige Gewalt der Sicherheitskräfte an.

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