Rüstungsexport-Firma
Russischer Staat greift nach Titanhersteller

Mit der Übernahme durch Rosoboronexport würde für Avisma die überaus erfolgreiche Ära unter den beiden Besitzern Wladislaw Tetjuchin und Wjatscheslaw Brescht enden. Nachdem zunächst die Menatep-Gruppe des inzwischen im Gefängnis sitzenden ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowski bei Avisma das Sagen hatte, den Konzern aber finanziell ausbluten ließ, übernahmen Tejuschin und Brescht Ende der neunziger Jahre das Ruder.

Sie haben das Unternehmen, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kurz vor dem Aus stand, modernisiert und auf den Weltmarkt ausgerichtet. Die 21 000 Mitarbeiter des Konzerns erwirtschaften heute einen Umsatz von über 500 Mill. Dollar und einen Reingewinn von über 100 Mill. Dollar. An der russischen Börse RTS hat das Unternehmen heute eine Marktkapitalisierung von 2,1 Mrd. Dollar.

Beobachter befürchten, dass unter staatlicher Kontrolle die Effizienz des Unternehmens leidet und die Beziehungen zu den internationalen Kunden schwieriger werden, weil politische Motive die Geschäfte steuern könnten. Rosoboronexport-Chef Tschemesow weist dies allerdings von sich. In Farnborough bekundete er sogar Interesse an einem möglichen Joint Venture mit Boeing, das Avisma anstrebt.

Details der Übernahme von Avisma blieben gestern aber noch unklar. Brescht wie Tejuschin halten beide ein Paket von 30 Prozent an dem Titanhersteller. Avisma selbst wollte sich auf eine Anfrage nicht äußern. Laut Medienberichten versuchte vor allem Tejuschin in den vergangenen Monaten, dem Konzern die Selbstständigkeit zu erhalten. Ende des vergangenen Jahres bekam Avisma aber Besuch von den russischen Steuerbehörden – der Druck auf die Eigentümer ist hoch.

Wedomosti zu Folge sicherte Rosoboronexport einen Marktpreis für Avisma zu. Man sei in Gesprächen, von einem der Eigentümer 27 Prozent zu übernehmen. Verhandlungen liefen ebenfalls mit der Investment Bank Renaissance Capital über einen Anteil von 40 Prozent.

Titan - Metall der Flieger

Material: Das Metall wird für den Flugzeugbau immer wichtiger. Der Werkstoff ist leicht und besonders widerstandsfähig. Der Anteil des Metalls an modernen Flugzeugen wie der Boeing 787 liegt bei über einem Drittel. Wichtig auch für Waffensysteme.

Preis: Die hohe Nachfrage macht das Titan teurer. Pro Tonne liegt der Preis derzeit bei fast 30 000 Dollar. Bis 2008 könnten die Vertragspreise aber noch jährlich um weitere 30 Prozent steigen, schätzen Experten. Das treibt die Gewinne der Produzenten.

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