Rüstungsgeschäft
Panzerdeal mit Saudi-Arabien soll größer ausfallen

Der umstrittene Panzerdeal mit Saudi-Arabien könnte ein noch größeres Ausmaß annehmen als bisher angenommen. Laut einem Zeitungsbericht sollen bis zu 800 deutsche Leopard 2 nach Riad geliefert werden.
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BerlinSaudi-Arabien will nach einem Zeitungsbericht noch viel mehr deutsche Kampfpanzer kaufen als bisher bekannt - statt 200 bis 300 Leopard 2 wünsche sich Riad nun 600 bis 800. Mit einem Schätzwert von zehn Milliarden Euro wäre das einer der bisher größten Rüstungsaufträge für die Bundesrepublik, berichtet die „Bild am Sonntag“. Der Vertrag über eine erste Tranche von rund 300 Panzern sei unterschriftsreif.

Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage nicht. Sprecher verwiesen auf den Geheimnisschutz für Rüstungsgeschäfte, über die im geheim tagenden Bundessicherheitsrat entschieden wird. Es hieß aber auch, es liege keine Exportanfrage vor.

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage in dem autoritär regierten arabischen Land und seiner Nachbarn wie Bahrain besonders umstritten. Die Opposition wirft der schwarz-gelben Koalition vor, vom Grundsatz abzurücken, in Spannungsgebiete keine Kriegswaffen zu liefern.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte am Sonntag: „Es ist nicht nur gesetzwidrig, sondern auch eine zynische Verhöhnung der mutigen Menschen, die im Arabischen Frühling für Demokratie und Menschenrechte gekämpft haben."

Laut „BamS“ soll die spanische Firma General Dynamics/Santa Barbara die Panzer in Lizenz montieren, weil der Leopard 2 für den Einsatz in Wüstengebieten umgebaut werden müsse. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am 7. Juni im Bundestag erklärt: „Der Bundesregierung liegt keine Genehmigungsanfrage der spanischen Regierung oder eines spanischen Unternehmens für den Export in deutscher Lizenz in Spanien produzierter Kampfpanzer vor.“

Just an dem Tag war der saudische Verteidigungsminister Prinz Salman zu Gesprächen nach Madrid gereist. Die Zeitung schreibt, Saudi-Arabien, das sich nach einem harten Konkurrenzkampf zwischen dem US-Panzer M1 Abrams und dem deutschen „Leo“ entschieden habe, wolle den Vertrag vor dem 20. Juli besiegeln, weil dann der Fastenmonat Ramadan beginne. Und das Königreich wolle nach Angaben aus deutschen Ministeriumskreisen keine gebrauchten „Leos“: „Die wollen nur nagelneue Panzer, am liebsten mit Goldkante.“

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Panzerdeal mit Saudi-Arabien soll größer ausfallen

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Ohne Zustimmung der Regierung wird kein Panzer exportiert

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  • Saudi Arabien wird Panzer kaufen. Wenn nicht aus Deutschland dann aus Frankreich, GB oder USA.

    Dann ist es mir doch lieber, wenn die Deutschen das Geld verdienen. Die Opposition hat gut Reden. Sie erhält ihre Diäten vom Steuerzahler. Die Grünen müssen sich ja keine Gedanken ums Geldverdienen machen, die geben nur aus.

  • REIKI/SCIENTOLOGY - ABU GREIF - gibt es wirklich und auch imme noch nur umgekehrt (nicht die Amis). Und die wollen nicht daß das "an der Heimatfront" bekannt wird. Kein Spaß und nehmen Sie sich in Acht vor allem was aus der Ecke Balkan oder südlich davon kommt.

  • Die Milliarden aus dem Deal können wir dann gleich nach Griechenland weiterleiten, vielleicht langts ja für eine Woche.

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