Rüstungsindustrie
Panzer überrollen Sparzwang

Modernisieren oder knausern? Die europäischen Armeen müssen ihre Ausrüstung dringend erneuern, um ihren neuen Aufgaben gewachsen zu sein. Doch Geld gibt es dafür kaum. Die Rüstungsbranche hofft jetzt auf ein Umdenken der Regierungen - und mehr Aufträge.

PARIS/MÜNCHEN. Europas Streitkräfte müssen ihre Ausrüstung modernisieren. Denn statt in „Zwei Armeen“-Konflikten sind die Soldaten zunehmend in „Out of Area“-Einsätzen wie in Afghanistan, oder dem Sudan unterwegs, um Terrorismus zu bekämpfen. Gleichzeitig müssen die Armeen aber sparen.

Vor diesem zwiespältigen Hintergrund eröffnet heute in Paris die „Eurosatory“ ihre Pforten, die weltweit größte Messe für landgestützte Waffensysteme. Experten und Branchenvertreter zeigen sich optimistisch. Mit Verweis auf den Modernisierungszwang bewertet zum Beispiel Klaus Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, „die globalen Geschäftsaussichten sehr optimistisch.“

Jean-Pierre Maulny, Experte des Institut des Relations Internationales et Strategiques, meint: „Es gibt vor allem Bedarf an mobilen, gepanzerten Fahrzeugen sowie gesicherten Kommunikationssystemen.“ Hier wittern Unternehmen wie Rheinmetall, EADS und Thales ihre Chance.

Die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben nach Angaben der EU-Rüstungsagentur im Jahr 2006 rund 29 Mrd. Euro für die Beschaffung neuer Ausrüstung ausgegeben. Die größten Budgets gönnen sich Großbritannien (7,5 Mrd. Euro), Frankreich (6,3 Mrd. Euro), Deutschland folgt mit großem Abstand auf Platz drei mit 3,7 Mrd. Euro.

Derzeit landen rund zwei Drittel des Beschaffungsetats der Bundeswehr in den Kassen der EADS; das Geld wird vor allem für teures Großgerät wie das neue Transportflugzeug A400M und den Eurofighter ausgegeben. Doch auch die Bundeswehr muss neue Schwerpunkte setzen. Panzerung, Vernetzung und Aufklärung rücken in den Mittelpunkt. Im vergangenen Jahr bekam die Truppe 100 geschützte Mehrzweckfahrzeuge vom Typ „Dingo2“ von dem Münchener Panzerhersteller Krauss-Maffei. Krauss-Maffei ist mit Rheinmetall auch der Auftragnehmer für den „Puma“. Ab 2010 erhält das Heer 410 dieser neuen Schützenpanzer im Wert von drei Mrd. Euro. Rheinmetall und Krauss-Maffei haben zudem die Entwicklung einer neuen Fahrzeugklasse bis zu neun Tonnen angekündigt, die für Auslandseinsätze ausgelegt ist.

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