Rüstungsindustrie: Russland schmiedet der Welt Waffen

Rüstungsindustrie
Russland schmiedet der Welt Waffen

Meist werden die Mängel aber in aller Stille behoben. Für Länder wie dem Iran, Libyen oder Venezuela gibt es zum Bezug von Waffen aus Russland keine Alternativen. Auch für die chinesische Regierung, die nach US-Waffenlieferungen an Taiwan vor kurzem die Militärbeziehungen mit Washington abbrach, bleibt nur noch Russland als Handelspartner übrig. Dessen Angebote sind für ausgemachte Amerika-Hasser wie Hugo Chávez oder Muammar al-Gaddafi nicht nur politisch vorteilhaft, sondern auch bedeutend billiger als Hightech-Produkte der Weltmarktführer Boeing, BAE Systems und Lockheed Marin.

Insofern sind Qualitätsdefizite für die Russen eher das kleinere Problem. Viel mehr Sorgen bereitet den Rüstungsfirmen, dass es an Fertigungskapazitäten mangelt. "Unsere Rüstungsfabriken laufen inzwischen am absoluten Maximum", sagt Branchenkenner Wasiljew. "Gäbe es die Kapazitäten, könnte das Exportvolumen schnell verdoppelt werden." Dies aber erfordere Investitionen - und die fließen momentan vor allem in Prestige-Projekte wie die Entwicklung des Tarnkappenbombers T-50.

Dessen Erstflug hätte eigentlich schon im Jahr 2006 stattfinden sollen. Die Verspätung wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der russischen Rüstungsindustrie, deren steiler Höhenflug von Qualitäts-, Entwicklungs- und Produktionsproblemen verhindert wird. Trotzdem entstammt jede vierte Waffe der Welt der russischen Rüstungsproduktion - die Branche ist längst nicht mehr klein, sondern durchaus angsteinflößend.

Russlands Rüstung

Märkte: Indien und Libyen sind die wichtigsten Abnehmer russischer Waffen. Wichtigster Kunde der russischen Waffenhersteller ist aber die eigene Armee: Bis 2011 will der Staat rund 85 Mrd. Euro in die Modernisierung der Streitkräfte stecken, kündigte Premier Wladimir Putin im Frühjahr vergangenen Jahres an.

Hersteller: Der Flugzeugbauer Suchoi ist der mit Abstand erfolgreichste Waffenhersteller in Russland. Das Moskauer Unternehmen hat mit den Kampfjets der Typen SU-30 und SU-35 einige Exportschlager im Katalog. Nicht schlecht verkaufen sich auch T-90-Panzer aus dem Uralwaggonwerk, die demnächst auch an Zypern geliefert werden sollen. Das Monopol auf alle Exporte hält das Staatsunternehmen Rosoboronexport.

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