Rüstungskonzern
Airbus-Chef Enders lehnt Staatseinstieg bei EADS ab

Airbus-Chef Tom Enders ist nicht glücklich über den Einstieg der Bundesregierung beim Mutterkonzern. Er hält diesen Schritt sogar für kontraproduktiv: „Das ist nicht hilfreich für die Entwicklung der EADS-Gruppe.“
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MünchenAirbus-Chef Tom Enders kritisiert den Einstieg der Bundesregierung beim Airbus-Mutterkonzern EADS. „Die Entscheidung zum Einstieg des deutschen Staates bei EADS war aus meiner Sicht keineswegs alternativlos“, sagte Enders dem Handelsblatt. „Dieser Schritt ist nicht hilfreich für die weitere Entwicklung der EADS-Gruppe“, so Enders weiter.

Das Wirtschaftsministerium hatte am Mittwoch erklärt, dem Autohersteller Daimler 7,5 Prozent des Airbus-Mutterkonzerns über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abkaufen zu wollen. Deutschland wird damit der dritte staatliche Großaktionär an dem Luft- und Raumfahrtkonzern. Frankreich und Spanien sind seit der Gründung der EADS direkt beteiligt.

Enders hatte sich in der Vergangenheit mehrfach gegen Staatsbeteiligungen an EADS ausgesprochen. Der Deutsche gilt zudem als Favorit für den EADS-Chefposten, wenn im kommenden Jahr Louis Gallois in den Ruhestand geht. Enders hatte wie Gallois in den vergangenen Monaten dafür geworben, den europäischen Regierungen Einflussmöglichkeiten über „Goldene Aktien“ an EADS zu sichern, um die Staatsanteile langfristig abzubauen.

Die Bundesregierung steigt bei EADS ein, weil die monatelange Suche nach einem anderen geeigneten Investor zuvor erfolglos geblieben war. Der Anteil mit einem Marktwert von etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro soll von Daimler Mitte 2012 übernommen werden, hieß es am Mittwoch aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Die KfW solle nicht dauerhaft Aktionärin bleiben. Die Bundesregierung will mit diesem Modell die deutsch-französische Machtbalance beim Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS und die Interessen der deutschen Standorte mit zehntausenden Beschäftigten sichern. Daimler hält 15 Prozent der EADS-Anteile direkt und hat für weitere 7,5 Prozent, die bei mehreren Banken liegen, die Stimmrechte.

Ein alternativ geprüfter Einstieg des Staatsfonds des Emirats Katar bei EADS war verworfen worden. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte mit dem arabischen Wüstenstaat verhandelt. In Regierungskreisen wurde betont, der Einstieg eines ausländischen Staatsfonds wäre „industriepolitisch schwer vermittelbar“ gewesen.

Das Kanzleramt favorisierte seit langem eine KfW-Lösung, weil sich kein überzeugender privater Investor fand. In Regierungskreisen hieß es weiter, der Bund wolle keinen direkten Einfluss auf die EADS-Geschäfte nehmen. So werde die Bundesregierung wohl keinen Vertreter im Aufsichtsrat beanspruchen.

Das Unternehmen legte heute Quartalszahlen vor: EADS hat einen höheren Gewinn als von Experten erwartet erwirtschaftet und seine Jahresprognose erhöht. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, fiel der operative Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 322 Millionen Euro, während der Netto-Gewinn deutlich auf 312 Millionen Euro zulegte. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 10,75 Milliarden Euro. Analysten hatten einen operativen Gewinn von 51 Millionen Euro, einen Netto-Verlust von 34,6 Millionen Euro und einen Umsatz von 10,37 Milliarden Euro erwartet.

Ein Wermutstropfen aber bleibt: Die Auslieferung des neuen Langstreckenflugzeugs A350 verzögert sich um sechs Monate. Die Auslieferung der ersten Maschine sei nun für Anfang 2014 geplant und nicht mehr für Ende 2013, teilte EADS in Paris mit.

Damit werde sich die ganze Produktionskette verschieben. Mit dem Bau des ersten A350-Jets, der zum Teil aus besonders leichten Materialien bestehen soll, werde im ersten Quartal 2012 begonnen und nicht Ende 2011, wie geplant. Die Verzögerung schlage mit 200 Millionen Euro zu Buche.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man kann nur hoffen, dass die Bundesregierung nicht auf diesen Schwätzer Enders hört. Endlich einmal werden deutsche Interessen direkt von der Regierung in diesem Land vertreten, anders als noch bei der Übernahme von Hochtief, bei der sie sich bekanntlich durch Nichtstun hervorgetan hat. Was man von der FDP zu halten hat, besagt schon die Aussage, dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mit einem arabischen Wüstenstaat zwecks Übernahme des Daimler-Paketes verhandelt hat. So also werden von der FDP deutsche Interessen vertreten. Aber nach der Hochtief-Nummer wundert einen bei der drei-Prozemt-Partei sowieso nichts mehr. Man kann daher nur hoffen, dass sich das Problem FDP bald von selbst erlegt.


    so .

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