Rüstungskonzern
EADS feuert Verantwortlichen für A400M

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zieht personelle Konsequenzen aus den anhaltenden Problemen bei der Entwicklung des Militärtransporters A400M. Die Führungsspitze bei Airbus Military wird ausgetauscht. Ein Spanier wird die Sparte künftig leiten.

HB BERLIN. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS tauscht den Chef der Airbus-Militärsparte aus, die auch für das aus dem Ruder gelaufene Militärtransporterprogramm A400M zuständig ist. Neuer Leiter der Sparte werde der Spanier Domingo Urena-Raso, teilte der Konzern am Dienstag mit. Der 50-Jährige berichtet wie sein Vorgänger Carlos Suarez an Airbus-Chef Tom Enders. Zur Zukunft von Suarez hieß es in der Mitteilung, es werde ihm "in den nächsten Tagen eine herausgehobene Position angeboten, die seiner großen Erfahrung Rechnung trägt".

Das 20 Milliarden Euro teure Projekt A400M hinkt mittlerweile einige Jahre dem Zeitplan hinterher. Eine französische Zeitung berichtete am Montag, dass die Verzögerung sich mittlerweile auf fünf Jahre belaufen. Dies dementierte EADS jedoch. Um komplexe Strukturen zu beheben, wurde die Sparte Militärische Transportflugzeuge Ende letzten Jahres bei Airbus eingegliedert. Bis dahin lag die Verantwortung für den A400M bei der spanischen Tochter Casa, die zu den Gründungsunternehmen von EADS gehört.

EADS hat die Verzögerungen beim A400M bereits 1,7 Milliarden Euro an Rückstellungen gekostet und zu Reibereien mit dem Triebwerkshersteller und den europäischen Regierungen geführt. Derzeit verhandelt der Konzern über Vertragsänderungen. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten wurde für die A400M ein Festpreis ausgehandelt. EADS fürchtet daher, dass das Militärtransportflugzeug zu einem massiven Verlustgeschäft wird.

In Branchenkreisen ist von bis zu fünf Mrd. Euro die Rede, die die Probleme bei der Entwicklung des Militärtransporters Airbus und seine Industriepartner kosten könnte. Wann das erste Flugzeug ausgeliefert wird, ist unklar. Derzeit heißt es nur, dass die erste Maschine drei Jahre nach dem Erstflug ausgeliefert werden solle. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Ursprünglich sollte die erste A400M bereits Ende 2009 an die Kunden gehen.

In Branchenkreisen wird nun frühstens mit einer Lieferung Ende 2013 gerechnet. Zu den Ländern, die das Flugzeug schon bestellt haben, gehört unter anderem Deutschland. Der Transporter wird von der Bundeswehr dringend benötigt. EADS hatte die Division Militärische Transportflugzeuge (MTAD) erst vor wenigen Wochen umbenannt und beschlossen, sie als Airbus Military in Airbus zu integrieren. Airbus Military produziert Flugzeuge für Sicherheits- und Streitkräfte, insbesondere Seefernaufklärer, Militärtransporter sowie Tankflugzeuge.

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