Rüstungskonzern Rheinmetall will Panzer für die Türkei bauen

Rheinmetall will sich verstärkt um Rüstungsaufträge in der Türkei bemühen. Gemeinsam mit Partnern will der deutsche Konzern dazu Panzer in dem Land bauen. Aus der Politik kommt bereits Kritik an dem Vorhaben.
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Der deutsche Industriekonzern will sich an künftigen Ausschreibungen in der Türkei beteiligen. Quelle: dpa
Rheinmetall-Panzer

Der deutsche Industriekonzern will sich an künftigen Ausschreibungen in der Türkei beteiligen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/AnkaraDer Rüstungskonzern Rheinmetall will sein Geschäft in der Türkei ausbauen. Über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem türkischen Lkw- und Bushersteller BMC wolle sich Rheinmetall an künftigen Ausschreibungen in dem Land beteiligen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Im vergangenen Jahr hatte die Tageszeitung „Welt“ über Absichten des Konzerns berichtet, Rad- und Kettenpanzer in der Türkei zu bauen.

Am Mittwoch berichteten das Magazin „Stern“, die türkische Exilredaktion „Özgürüz“ sowie das Recherchezentrum Correctiv, die Pläne dazu seien weit fortgeschritten. Die Branche rechnet künftig etwa mit einer Ausschreibung zum Bau des geplanten türkischen Kampfpanzers „Altay“.

Rheinmetall verteidigte Pläne zum Ausbau des Rüstungsgeschäfts. „Die Türkei ist nach wie vor ein wichtiger Handelspartner Deutschlands, ein voll integrierter Nato-Partner und nach wie vor ein Beitrittskandidat für die Europäische Union“, sagte der Sprecher.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen sagte dem „Stern“, der geplante Einstieg von Rheinmetall in die Produktion von Panzern in der Türkei sei „ein ungeheuerlicher Vorgang“. Vom Unternehmen hieß es: „In der Bewertung der Situation in Kundenländern folgt Rheinmetall - wie auch andere Unternehmen - der Beurteilung der Bundesregierung“. Rheinmetall hält einen Anteil von 40 Prozent an dem Joint Venture mit dem türkischen Unternehmen BMC und einem weiteren Partner.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

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6 Kommentare zu "Rüstungskonzern: Rheinmetall will Panzer für die Türkei bauen"

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  • Auch andere bezahlen ihre Panzer erst 2050ff aus dem bis dahin so hoch gestiegenen Schrottpreis , dass noch was übrig bleibt .

  • Die Deutschen müssen sich als Nazis beschimpfen lassen, ein türkisch-deutscher Reporter in türkischer U-Haft, die deutschen Soldaten in Incirlik isoliert, aber die Rüstungsindustrie macht sich Gedanken um die wichtigen Türkei-Geschäfte. Am Ende wahrscheinlich auch noch über eine Hermes-Ausfallversicherung von deutschen Steuernazis verbürgt? Man sieht, daß es wirklich nur noch um´s Geschäft geht, alles andere spielt überhaupt keine Rolle.

  • Rheimetall ist auch so ein seelenloser Vaterlandsverräter...der für Geld und weltweite Geschäfte selbst das eigene Herkunftsland (Deutschland) verkauft. An die höchstbietenden Dispoten und War Lord dieser Welt.
    Rheimetall ist für mich kein Deutsches Unternehmen mehr! Danke!

  • hmmm, da will der Erdogan glatt von den von ihm als Nazis bezeichnete Deutsche Panzer kaufen.

    Keine Waffen für die Türkei
    Keine EU-Gelder mehr für die Türkei. Dann können sie sich die Panzer eh nicht mehr leisten.
    Wenn es so weitergeht, keine Flugverbindungen mehr in die Türkei, wie seinerzeit Putin das gemacht hat, das hat bei Erdogan gewirkt, da kam er dann zu Putin angekrochen.

  • Gesetzt den Fall , die Türkei expandiert nach Westen und braucht dafür Panzer .
    Da ist es doch besser , wenn wir sie liefern und daran ein bischen mitverdienen ? !

  • Man muss Wirtschaft und Politik eben voneinander trennen können.
    Sollen sich unsere Politiker mit dem Psychopathen Erdogan rumschlagen, während wir gleichzeitig ordentlich Kohle mit Waffenlieferungen an die Türkei verdienen. Ganz schön clever. So kennt man die Deutschen auf der ganzen Welt!

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