Rüstungskonzerne wollen gemeinsam Drohnen herstellen
Diehl schließt Partnerschaft mit General Atomics

Das Technologie- und Rüstungsunternehmen Diehl VA Systeme knüpft eine neue Verbindung in die USA: Die erst kürzlich gegründete Diehl-Tochter BGT Defence GmbH und der US-Konzern General Atomics Aeronautical Systems wollen enger bei Herstellung und Entwicklung von unbemannten Flugobjekten, so genannten Drohnen, zusammenarbeiten.

tom BONN. Ab 2007 hat die Bundeswehr Bedarf für eine Aufklärungsdrohne mit einer Reichweite von über 500 und einer Flughöhe von bis zu 15 Kilometern: „Wir wollen gemeinsam mit General Atomics das Modell ’Predator’ anbieten“, sagte Diehl-Vorstandsmitglied Werner Reinl. Mit im Boot sei auch Rheinmetall.

General Atomics baut den Predator in verschiedenen Versionen bereits fürs US-Militär, die die Drohnen seit Mitte der 90er Jahre einsetzt. In Deutschland wird das Flugobjekt in Wettbewerb zum EADS- Modell „Eagle“ treten. Entscheidet sich die Bundeswehr für den Predator, würde Diehl als Generalunternehmer auftreten und gemeinsam mit Rheinmetall einen Arbeitsanteil an dem Projekt von rund 50 Prozent übernehmen.

Bisher ist noch nicht klar, in welcher Stückzahl die Bundeswehr das Drohnenprogramm auflegen will. „Die Chancen für den Predator haben sich in Deutschland durch die Partnerschaft mit Diehl und Rheinmetall deutlich verbessert“, sagt Sascha Lange, Rüstungsexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik, die die Bundesregierung berät. General Atomics, einer der weltweit größten Hersteller von Drohnen, liefert den Predator auch nach Italien. Dort sei man aber mit der Drohne nicht zufrieden, heißt es in Branchenkreisen. Der EADS-Eagle habe daher in Deutschland bisher bessere Chancen gehabt.

Diehl hat bereits einige gute Drähte in die USA: Mit Raytheon besteht ein Joint Venture zur internationalen Vermarktung und Modernisierung von Raketen des Typs Sidewinder sowie des Raketenabwehrsystems RAM für Kriegsschiffe. „Beim weiter schrumpfenden nationalen Markt in Deutschland müssen wir uns auf das internationale Geschäft konzentrieren“, sagte der Chef des Familienunternehmens Thomas Diehl. Der Konzern hat im vergangenen Jahr schon Auslandsgesellschaften in Spanien, Griechenland und Kuwait gegründet.

Das Diehl-Management ergreift offenbar auch die Initiative, die bisher in Deutschland gescheiterte Konsolidierung im Bereich der Lenkwaffen-Hersteller anzuschieben. Dabei geht es vor allem um die Zukunft der EADS-Tochter LFK. Zuletzt waren Anläufe, die Lenkwaffenaktivitäten von Diehl mit LFK zusammenzulegen auch an der Frage der unternehmerischen Führung ins Leere gelaufen. EADS will LFK nun mit dem Raketenhersteller MBDA zusammenlegen, an dem auch BAE Systems und Finmeccanica beteiligt sind. „Wir sind wieder bereit, mit EADS zu reden“, sagte Diehl-Vorstand Reinl. Im Frühjahr nächsten Jahres könnte es bereits zu Gesprächen kommen.

Auftrieb hat die Konsolidierung wohl aus zwei Gründen bekommen: Diehl verweist darauf, mit der Fusion der Flugkörper- und Munitionsaktivitäten unter dem Dach der BGT Defence einen wichtigen Schritt getan zu haben. Beobachter registrieren auch einen verstärkten Druck der Bundesregierung, weil sie vor einer europäischen Lösung die deutsche Position stärken will.

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